Fluggesellschaften trotzen Iran-Krise: Gut, aber nicht großartig
Trotz Spannungen im Nahen Osten zeigen sich Fluggesellschaften wie Delta widerstandsfähig – doch der Optimismus bleibt gedämpft.

Die Spannungen im Nahen Osten belasten die Luftfahrtbranche – doch die großen Fluggesellschaften sind heute deutlich robuster aufgestellt als noch vor einigen Jahrzehnten. Keine andere Branche leidet stärker unter einem Krieg in der Region, aber strukturelle Veränderungen im Geschäftsmodell sorgen dafür, dass die Unternehmen die Turbulenzen besser abfedern können als früher.
Delta Air Lines, die wertvollste Fluggesellschaft der Welt, legte am Mittwoch ihre Quartalszahlen vor und sorgte damit für eine leichte Aufhellung der Stimmung an den Märkten. Das Unternehmen reagiert gemeinsam mit der Konkurrenz auf den gestiegenen Kostendruck: Gepäckgebühren und Flugpreise werden erhöht, weniger profitable Routen werden gestrichen.
Kerosinkosten als zentrale Herausforderung
Der Hauptgrund für diese Maßnahmen ist der massive Anstieg der Treibstoffkosten. Die Ausgaben für Kerosin haben sich verdoppelt – und das in einer Zeit, in der diese Kosten in normalen Zeiten bereits ein Viertel bis ein Drittel der gesamten Betriebskosten einer Fluggesellschaft ausmachen. Dieser Kostendruck zwingt die Branche zu einer konsequenten Neuausrichtung ihres Angebots.
Dabei profitieren die Fluggesellschaften heute von Einnahmequellen, die es in früheren Krisen noch nicht gab. Besonders lukrativ ist der Verkauf von Vielfliegermeilen an Kreditkartenunternehmen – ein Geschäft, das so bedeutend geworden ist, dass viele Airlines ohne diese Einnahmen die Gewinnschwelle nicht erreichen würden. Hinzu kommen sogenannte „entbündelte" Leistungen: Gebühren für Gepäck, Mahlzeiten und die Sitzplatzwahl sind heute feste Einnahmesäulen.
Buffetts Wandel vom Kritiker zum Investor
Die Geschichte der Luftfahrtbranche als Investment ist bewegt. Warren Buffett scherzte nach einer enttäuschenden Erfahrung in den 1990er-Jahren, dass „wenn in Kitty Hawk ein Kapitalist anwesend gewesen wäre, er Orville hätte abschießen und uns allen einen Gefallen tun sollen" – eine Anspielung auf den Pionierflug der Gebrüder Wright. Dennoch investierte sein Unternehmen Berkshire Hathaway vor rund zehn Jahren erneut in die Branche, nachdem Fusionen und neue Geschäftsmodelle die Fluggesellschaften profitabler gemacht hatten.
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Zur AktienanalyseParallel zu den Entwicklungen in der Luftfahrt sorgt das politische Umfeld in den USA für Gesprächsstoff. Das Weiße Haus forderte seine Mitarbeiter auf, Insider-Informationen nicht für Wetten auf Prognosemärkten zu nutzen, nachdem eine Reihe verdächtiger Transaktionen aufgefallen war. Für gewöhnliche Anleger ohne Zugang zu solchen Informationen bleibt die Lage an den Märkten ungewiss: Die Aktien-Futures deuten auf eine uneinheitliche Eröffnung hin, während wichtige US-Inflationsdaten erwartet werden.
Das Fazit für die Luftfahrtbranche bleibt damit zweigeteilt: Die gute Nachricht ist, dass es den Fluggesellschaften gut gehen wird. Die schlechte Nachricht ist, dass es ihnen eben nur „gut" gehen wird – mehr nicht. Für Anleger bedeutet das solide, aber keine spektakulären Aussichten in einem weiterhin unsicheren geopolitischen Umfeld.


