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Flix holt neue Großaktionäre an Bord

EQT und Kühne investieren 900 Millionen Euro in Mobilitäts-Start-up

Flix holt neue Großaktionäre an Bord

Das deutsche Mobilitäts-Start-up Flix, bekannt durch Flixbus und Flixtrain, begrüßt zwei neue Großaktionäre. Der schwedische Finanzinvestor EQT und die Holding des deutschen Logistik-Milliardärs Klaus-Michael Kühne übernehmen gemeinsam 35 Prozent der Anteile. Diese strategische Entscheidung, die anstelle eines Börsengangs getroffen wurde, wurde von Flix am Donnerstag bekanntgegeben. Laut Flix-Mitgründer und -CEO André Schwämmlein ist diese Wahl nicht gegen eine andere Option gerichtet, sondern stellt die am besten passende Finanzierungsmöglichkeit dar. Ein Börsengang war zwar immer eine Möglichkeit, jedoch nie das explizite Ziel.

Finanzielle Details wurden nicht offengelegt, doch Informationen aus Finanz- und Investorenkreisen zufolge beläuft sich die Transaktion auf etwa 900 Millionen Euro. Bereits Mitte Juni hatte das Handelsblatt über die Gespräche mit EQT berichtet. Schwämmlein wies die Vermutung zurück, dass sich Flix vor den Transparenzanforderungen eines Börsengangs scheue. Er betonte, dass die Strategie von Flix in den letzten Jahren erfolgreich in einem privaten Umfeld entwickelt wurde.

Der Verzicht auf den Börsengang bedeutet für Flix nicht weniger Erfolgsdruck. Finanzinvestoren erwarten in der Regel, ihre Beteiligung nach einigen Jahren mit deutlichem Gewinn zu veräußern. Eine Verdopplung des Einsatzes ist dabei durchaus üblich. Um diese Erwartungen zu erfüllen, muss Flix seinen Umsatz und Gewinn erheblich steigern und eine Bewertung von sechs bis sieben Milliarden Euro erreichen. Dies entspricht der aktuellen Marktkapitalisierung der Lufthansa, bei der Kühne ebenfalls beteiligt ist.

Schwämmlein ist zuversichtlich, dass Flix weiter wachsen wird. Das Unternehmen sieht großes Potenzial im globalen Busmarkt, der auf ein Volumen von 73 Milliarden Euro geschätzt wird. Bisher adressiert Flix nur etwa die Hälfte davon. Zusätzlich bleibt Flixtrain ein wichtiger Bestandteil der Wachstumsstrategie, obwohl der Schienenverkehr aufgrund staatlicher Regulierungen und hoher Investitionskosten komplexer ist als das Busgeschäft.

Seit seiner Gründung im Jahr 2011 hat Flix seine Aktivitäten auf 43 Länder ausgeweitet und bedient weltweit 5600 Ziele. Im Jahr 2023 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von über zwei Milliarden Euro, was einem Wachstum von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Nach vielen Jahren mit Verlusten ist Flix nun profitabel, mit einem Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 104 Millionen Euro und einer Ergebnismarge von 5,2 Prozent.

Die Investoren EQT und Kühne sollen nicht nur Kapital, sondern auch beratende Unterstützung bieten. EQT bringt globale Erfahrung für Transaktionen dieser Größenordnung mit und plant ein langfristiges Investment über etwa zehn Jahre. Auch die Kühne Holding sieht ihre Rolle in der Unterstützung der internationalen Expansion von Flix. Der Einstieg erfolgt durch den Kauf von Anteilen von Altaktionären sowie durch eine Kapitalerhöhung, wodurch EQT und Kühne weitere Anteile an Flix erwerben.

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