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Flink sichert sich 115 Millionen US-Dollar

Expansion und Profitabilität im Fokus des Lebensmittel-Lieferdienstes

Flink sichert sich 115 Millionen US-Dollar

Der Lebensmittel-Lieferdienst Flink hat überraschend frisches Kapital in Höhe von 115 Millionen US-Dollar erhalten. Diese Finanzierungsrunde wird von einem Konsortium aus bestehenden und neuen Investoren getragen und umfasst zusätzlich eine Kreditlinie von 35 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen hatte seit längerem über diese Finanzierungsrunde verhandelt, jedoch war unklar, ob Investoren bereit wären, in die bereits herausfordernde Branche zu investieren. Viele Konkurrenten, darunter Gorillas und Getir, haben in der jüngeren Vergangenheit aufgrund mangelnder finanzieller Unterstützung aufgegeben.

Flink-Gründer Oliver Merkel äußerte sich optimistisch über die neue finanzielle Unterstützung und betonte, dass das Unternehmen nun in eine Phase des Wachstums eintrete. Neben der angestrebten Profitabilität plant Flink die Eröffnung von 30 neuen Lagerstandorten in den kommenden zwölf Monaten. Der Lieferdienst ist derzeit in rund 80 Städten in Deutschland und den Niederlanden aktiv und betreibt 146 Expresslager, von denen aus die Waren mit Fahrradboten innerhalb von weniger als 30 Minuten zugestellt werden.

Die Herausforderungen im Markt für Lebensmittel-Lieferdienste sind jedoch erheblich. Nach Jahren des Wachstums hat sich gezeigt, wie schwierig es ist, in diesem Sektor profitabel zu arbeiten. Getir übernahm Ende 2022 den in Schwierigkeiten steckenden Konkurrenten Gorillas, der zuvor als „Einhorn“ mit einer Bewertung von über einer Milliarde Euro galt. Gorillas ist inzwischen abgewickelt, und auch Getir hat sich aus dem deutschen Markt zurückgezogen. Flink hat ebenfalls Märkte wie Frankreich aufgegeben und konzentriert sich nun auf die Kernmärkte Deutschland und die Niederlande.

Ein wesentlicher Vorteil von Flink im Vergleich zu seinen gescheiterten Wettbewerbern ist die Unterstützung durch den Lebensmittelhändler Rewe. Rewe hat nicht nur in Flink investiert, sondern beliefert das Unternehmen auch als Großhändler mit Waren. Bei der aktuellen Finanzierungsrunde war Rewe erneut beteiligt, ebenso wie der Finanzinvestor Northzone und der Staatsfonds Mubadala aus Abu Dhabi. Intern war es bei Rewe lange umstritten, ob das defizitäre Start-up weiter unterstützt werden sollte, doch zuletzt hat sich ein strategisches Interesse abgezeichnet.

Um die Auslastung der Flink-Fahrer zu erhöhen, hat Rewe eine Vereinbarung mit Lieferando getroffen, wodurch Flink auch Rewe-Bestellungen ausliefern kann. Flink strebt an, in diesem Jahr einen Brutto-Umsatz von 600 Millionen US-Dollar zu erreichen, was einem Wachstum von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Mit dem neuen Investment plant das Unternehmen, seine Reichweite zu vergrößern und die operationelle Effizienz zu steigern, während es bereits in einigen Märkten schwarze Zahlen schreibt. Bis zum zweiten Quartal 2025 soll der Lieferdienst komplett profitabel sein.

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