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Finra untersucht Morgan Stanleys Investmentbanking-Programm in Budapest

Ein Whistleblower brachte die US-Aufsichtsbehörde Finra dazu, Morgan Stanleys Offshore-Bankerprogramm in Ungarn zu prüfen.

Finra untersucht Morgan Stanleys Investmentbanking-Programm in Budapest

Die US-Finanzaufsichtsbehörde Finra (Financial Industry Regulatory Authority) hat eine Untersuchung gegen Morgan Stanley eingeleitet. Im Fokus steht ein Investmentbanking-Programm in Budapest, bei dem junge Banker aus ganz Europa rekrutiert wurden, um von der ungarischen Hauptstadt aus zu arbeiten.

Vor rund zwei Jahren nahm eine neue Gruppe junger Investmentbanker ihre Arbeit in einem Bürogebäude am Ostufer der Donau in Budapest auf. Morgan Stanley hatte sie mit der Aussicht auf eine spätere Beförderung nach New York oder London angeworben. Einige der Mitarbeiter arbeiteten dabei mehrere Tage pro Woche bis weit in die Morgenstunden, um Teams in den USA zu unterstützen, die ihnen sechs Zeitzonen hinterherhinken.

Kostengünstige Arbeitskräfte für Routineaufgaben

Für Morgan Stanley war das Budapester Programm eine Möglichkeit, Stellen ins Ausland zu verlagern und kostengünstigere Arbeitskräfte für typische Einstiegsaufgaben im Investmentbanking einzusetzen. Zu diesen Tätigkeiten zählten das Erstellen von Finanzmodellen, das Formatieren von Pitch-Decks sowie die gelegentliche Unterstützung bei der Abwicklung von Großtransaktionen. Solche Aufgaben werden normalerweise von gut bezahlten Nachwuchsbankern in ihren ersten Berufsjahren übernommen.

Die Untersuchung der Finra dreht sich laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen um mehrere zentrale Fragen: welche Art von Arbeit die Banker in Budapest konkret verrichteten, wie viel Kontakt sie zu Kunden hatten und wie die Aufsicht über sie organisiert war. Die Untersuchung befinde sich noch in einem frühen Stadium, hieß es.

Whistleblower erhebt schwere Vorwürfe

Ausgelöst wurde die Untersuchung durch einen ehemaligen Mitarbeiter, der sich als Whistleblower an die Aufsichtsbehörde wandte. Er behauptete, dass den Teilnehmern des Programms die erforderlichen Lizenzen für ihre Tätigkeit fehlten. Darüber hinaus erhob er den Vorwurf, die Bank habe gegen Regeln verstoßen, die den Missbrauch vertraulicher Informationen über Kunden und Transaktionen verhindern sollen.

Solche Lizenzpflichten sind im US-amerikanischen Finanzwesen ein zentrales Regulierungsinstrument. Die Finra ist als selbstregulierende Organisation für die Beaufsichtigung von Brokern und Investmentbanken in den USA zuständig und kann bei Verstößen empfindliche Strafen verhängen. Für Morgan Stanley, eine der größten Investmentbanken der Welt, könnte die Untersuchung erhebliche regulatorische Konsequenzen haben.

Sowohl Morgan Stanley als auch die Finra lehnten eine Stellungnahme zu dem Vorgang ab. Wie die Untersuchung ausgeht und ob weitere Maßnahmen folgen, bleibt vorerst offen. Anleger und Marktbeobachter werden die Entwicklungen rund um das Budapester Programm aufmerksam verfolgen.

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