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Finanzspritze rettet Baywa vor der Insolvenz

Banken und Aktionäre sichern kurzfristig 547 Millionen Euro zur Stabilisierung des Agrarkonzerns

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Finanzspritze rettet Baywa vor der Insolvenz

Der hoch verschuldete Agrarkonzern Baywa erhält eine dringend benötigte finanzielle Unterstützung von Banken und Großaktionären in Höhe von über einer halben Milliarde Euro. Eine Gruppe von Kernbanken stellt dem Unternehmen einen Überbrückungskredit über 272 Millionen Euro zur Verfügung. Gleichzeitig verzichten die wichtigsten Banken auf die Rückzahlung bereits gewährter milliardenschwerer Kredite. Diese Maßnahmen sollen die Liquiditätsprobleme des Konzerns kurzfristig lindern.

Die beiden Großaktionäre, die Bayerische Raiffeisen Beteiligungs-AG (BRB) und die österreichische Raiffeisen Agrar Invest (RAIG), beteiligen sich ebenfalls an der Rettungsaktion. Sie gewähren nachrangige Gesellschafterdarlehen in Höhe von 125 Millionen Euro. Zusätzlich erwerben sie die 45,3-prozentige Überkreuz-Beteiligung der Baywa an der BRB Holding für 120 Millionen Euro. Insgesamt fließen der Baywa nun 547 Millionen Euro zu, die in den kommenden Tagen ausgezahlt werden sollen. Die Kreditvereinbarungen sind jedoch zunächst nur bis Ende September gültig.

Der Baywa-Vorstand soll bis Ende September ein Sanierungskonzept vorlegen. Das Unternehmen steht unter enormem Druck, da es durch seine schnelle Expansion und die hohen Zinszahlungen belastet ist. Die Baywa, Deutschlands größter Agrar- und Baustoffhändler, hat weltweit rund 24.000 Mitarbeiter und einen Schuldenberg von etwa 5,6 Milliarden Euro angehäuft. Das Unternehmen hatte in Zeiten niedriger Zinsen in verschiedene Geschäftsfelder investiert, unter anderem in ein Apfelgeschäft in Neuseeland und in die Entwicklung von Wind- und Solarparks weltweit. Mit dem jüngsten Anstieg der Zinsen ist es jedoch schwieriger geworden, diese Projekte zu verkaufen, was die finanzielle Situation weiter verschärft hat.

Die Lage bei der Erneuerbare-Energien-Tochter Baywa r.e. ist besonders problematisch. Diese Tochtergesellschaft entwickelt und betreibt Wind- und Solarparks, doch die gestiegenen Zinsen haben den Verkauf der kapitalintensiven Projekte erschwert. Bereits im ersten Quartal 2024 musste Baywa 97 Millionen Euro an Kreditzinsen zahlen, was die Liquiditätsprobleme weiter verschärfte. Mitte Juli gab das Unternehmen bekannt, ein Sanierungsgutachten bei der Unternehmensberatung Roland Berger in Auftrag gegeben zu haben, um eine langfristige Lösung zu finden.

Der bisherige Expansionskurs der Baywa, maßgeblich vorangetrieben vom ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Klaus Josef Lutz, steht nun auf dem Prüfstand. Lutz übergab im vergangenen Jahr die Führung an Marcus Pöllinger, doch es kam zu einem Machtkampf zwischen den beiden, den Lutz verlor. In einem Interview äußerte Lutz Kritik an Pöllinger und stellte dessen Eignung für die aktuelle Situation in Frage. Der Konzern steht vor der Herausforderung, unter der Führung von Pöllinger eine nachhaltige Sanierung zu erreichen.

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