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Figma-Aktie steigt: Aktivist Findell fordert tiefgreifende Reformen

Aktivistischer Hedgefonds Findell Capital startet Kampagne gegen Figma und löst einen Kursanstieg von 5,4 Prozent aus.

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Figma-Aktie steigt: Aktivist Findell fordert tiefgreifende Reformen

Die Aktie des Design-Software-Unternehmens Figma legte im Vormittagshandel um 5,4 Prozent zu – und das in einem insgesamt schwachen Marktumfeld, in dem S&P 500, Dow Jones und NASDAQ allesamt leicht im Minus notierten. Auslöser des Kursanstiegs war ein öffentlicher Brief des aktivistischen Hedgefonds Findell Capital Management an den CEO und den Vorstand von Figma, in dem tiefgreifende operative und strukturelle Veränderungen gefordert werden.

Findell Capital bezeichnete Figma in dem Schreiben als ein „Unternehmen einer Generation", das vom Markt missverstanden werde. Der Fonds argumentiert, dass eine Verbesserung der Margen und der Unternehmensführung (Governance) erheblichen zusätzlichen Wert für Aktionäre freisetzen könnte – parallel zur laufenden operativen Geschäftsentwicklung.

Findell fordert Fokus und Kostendisziplin

Konkret verlangt der aktivistische Investor eine Vereinfachung des Produktangebots sowie eine Rationalisierung der Kosten im Einklang mit Wettbewerbern. Besonders im Fokus stehen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E): Findell schätzt, dass diese im Jahr 2026 mehr als 30 Prozent des Umsatzes ausmachen werden – und das noch ohne aktienbasierte Vergütungen. Nach Ansicht des Fonds sollte dieser Wert bei einer stärkeren Produktfokussierung deutlich gesenkt werden.

Zusätzlich äußerte Findell Bedenken hinsichtlich der Corporate Governance. Diese stehen im Zusammenhang mit dem Rücktritt von Mike Krieger aus dem Board of Directors von Figma im April 2026. Krieger, Chief Product Officer bei Anthropic und Mitbegründer von Instagram, schied aus dem Aufsichtsgremium aus, nachdem Berichte bekannt wurden, dass das kommende KI-Modell von Anthropic Design-Tools enthalten soll, die direkt mit Figmas Kernprodukt konkurrieren. Diese Interessenkollision hatte die Aktie zuvor belastet.

Findells Darstellung dieser Situation als durch Governance-Reformen lösbar – und nicht als fundamentale Bedrohung für das Geschäftsmodell – scheint bei Anlegern Anklang gefunden zu haben und dürfte wesentlich zum heutigen Kursanstieg beigetragen haben.

Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial

Unabhängig von der Aktivistenkampagne bestätigten zwei namhafte Investmentbanken ihre Einschätzungen zu Figma. JPMorgan behielt die Einstufung „Neutral" mit einem Kursziel von 42 US-Dollar bei, während RBC Capital die Bewertung „Sector Perform" mit einem Ziel von 28 US-Dollar beibehielt. Beide Kursziele liegen deutlich über dem aktuellen Kursniveau – ein Signal, dass der Markt nach Ansicht der Analysten übermäßige Risiken eingepreist hat.

Die Kombination aus einem glaubwürdigen Aktivisten, der aktionärsfreundliche Änderungen einfordert, und Kurszielen von nahezu dem Doppelten des aktuellen Niveaus lieferte Investoren eine konkrete These für eine mögliche Neubewertung (Re-Rating) der Aktie.

Starkes Q1 2026 als weiterer Rückenwind

Hinzu kommt ein starker Quartalsbericht: Im ersten Quartal 2026 steigerte Figma seinen Umsatz im Jahresvergleich um 46 Prozent auf 333,4 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen hob daraufhin seine Prognose für den Jahresumsatz sowie das operative Ergebnis (Non-GAAP) an. Als Wachstumstreiber nannte Figma die zunehmende Zahl an Nutzerlizenzen sowie die wachsende Adoption von KI-Funktionen innerhalb der Plattform.

Insgesamt ergibt sich damit ein Bild mehrerer positiver Katalysatoren, die zusammenwirken: ein aktivistischer Investor mit klaren Forderungen, Analystenurteile mit erheblichem Aufwärtspotenzial und ein operativ starkes Quartalsergebnis. Für deutsche Privatanleger, die Figma im Blick haben, bleibt die weitere Entwicklung der Governance-Diskussion und der F&E-Ausgaben ein zentraler Beobachtungspunkt.

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