Fidelity: Rentner 2026 zahlen bis zu 185.500 Dollar für Gesundheit
Ein 65-Jähriger, der 2026 in Rente geht, muss laut Fidelity Investments durchschnittlich 185.500 Dollar für medizinische Kosten einplanen.

Wer im Jahr 2026 mit 65 Jahren in den Ruhestand geht, muss in den USA mit enormen Gesundheitskosten rechnen. Laut einer neuen Schätzung von Fidelity Investments werden diese Rentner im Durchschnitt rund 185.500 Dollar für Gesundheits- und medizinische Ausgaben über die gesamte Rentenzeit aufwenden. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahresschätzungen – und ein Weckruf für Millionen von Amerikanern, die kurz vor dem Ruhestand stehen.
Die Zahl liegt um 7,5 Prozent über den Schätzungen für Rentner des Vorjahres. Als Ursachen nennt Fidelity steigende Gesundheitskosten, wachsende Ausgaben für chronische Erkrankungen sowie eine zunehmende Inanspruchnahme medizinischer Leistungen. „Es ist definitiv ein stärkerer Anstieg als in den letzten Jahren", sagte Helen Lloyd-Williams, Vice President of Workplace Consulting bei Fidelity.
Die Ergebnisse erscheinen zu einem besonders sensiblen Zeitpunkt: Eine Rekordzahl von Babyboomern erreicht derzeit das traditionelle Rentenalter – ein Trend, der in den USA als „Peak 65" bekannt ist. Diese Generation muss nun entscheiden, wie sie ihre medizinische Versorgung im Alter finanzieren will.
Wie setzt sich die Schätzung zusammen?
Die Fidelity-Schätzung basiert auf der Annahme, dass Rentner in der traditionellen Medicare-Versicherung eingeschrieben sind – konkret in Medicare Teil A (Krankenhausversicherung), Teil B (ärztliche Versicherung) sowie in der Arzneimittelversorgung nach Teil D. Für deutsche Leser zum Vergleich: Medicare ist das staatliche Krankenversicherungsprogramm der USA für Personen ab 65 Jahren – es entspricht in etwa der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland, deckt jedoch bei Weitem nicht alle Kosten ab.
Die Gesamtkosten verteilen sich laut Fidelity wie folgt:
48 Prozent
entfallen auf Medicare-Kostenteilungsregelungen wie Zuzahlungen, Mitversicherungen und Selbstbehalte
45 Prozent
betreffen monatliche Ausgaben für Prämien von Medicare Teil B und Teil D
7 Prozent
stammen aus Zuzahlungen und Ausgaben, die nicht durch Medicare Teil D abgedeckt sind – etwa für Markenmedikamente, Generika und Spezialmedikamente, die aus eigener Tasche bezahlt werden müssen
Diese Aufschlüsselung zeigt, dass ein erheblicher Teil der Kosten auf laufende Prämien und Eigenbeteiligungen entfällt – Posten, die viele künftige Rentner offenbar unterschätzen.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseWeit verbreiteter Irrtum über Medicare
Besonders alarmierend ist ein weiteres Ergebnis der Fidelity-Untersuchung: 54 Prozent der angehenden Rentner gehen fälschlicherweise davon aus, dass Medicare alle ihre Gesundheitsausgaben übernimmt. Diese Fehleinschätzung kann im Ruhestand zu erheblichen finanziellen Engpässen führen.
„Dies dient der Aufklärung von Menschen, die vielleicht noch nicht darüber nachgedacht haben, wie sie die Gesundheitsversorgung im Ruhestand bezahlen müssen, dass ihre Medicare-Versicherung nicht automatisch alles abdeckt und dass Medicare nicht völlig kostenlos ist", erklärte Lloyd-Williams von Fidelity.
Für angehende Rentner – sowohl in den USA als auch für Auslandsamerikaner – bedeutet das: Eine frühzeitige und realistische Planung der Gesundheitskosten im Alter ist unerlässlich. Wer die tatsächlichen Kosten unterschätzt, riskiert, im Ruhestand in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Experten empfehlen, Gesundheitskosten als festen Posten in die Ruhestandsplanung zu integrieren und entsprechende Rücklagen zu bilden.


