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Fertigbau gewinnt an Bedeutung im Wohnungsneubau

Serielles Bauen und Sanieren sollen Engpässe am Wohnungsmarkt schneller lösen helfen

Fertigbau gewinnt an Bedeutung im Wohnungsneubau

Immer mehr Wohnungen in Deutschland entstehen aus industriell vorgefertigten Bauteilen. Im vergangenen Jahr wurde mehr als jede zehnte neue Wohnung mit solchen Fertigbauteilen errichtet. Laut Bundesbauministerium konnte der Fertigbau auch trotz der anhaltend schwachen Baukonjunktur weiter Marktanteile hinzugewinnen. Die Regierung setzt dabei verstärkt auf sogenanntes serielles Bauen – also auf vorproduzierte Gebäudeteile, die in Serie gefertigt und vor Ort montiert werden.

Bis zum Jahr 2030 wird laut einer Prognose im Auftrag des Ministeriums jährlich ein Bedarf von rund 320.000 neuen Wohnungen erwartet. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen industrielle Fertigungsmethoden wie der Modulbau einen wesentlichen Beitrag leisten. Das serielle Bauen gilt dem Ministerium zufolge inzwischen als strategisch wichtiges Mittel, um die Errichtung von Wohnungen zu beschleunigen und gleichzeitig kosteneffizient zu gestalten. Der Anteil von Fertigteilwohnungen am gesamten Wohnungsneubau stieg innerhalb eines Jahrzehnts von acht auf 11,5 Prozent. Die Zahl der so errichteten Wohnungen kletterte von unter 20.000 auf rund 28.400 Einheiten im Jahr 2024.

Auch bei der Sanierung bestehender Gebäude nimmt die Nutzung vorgefertigter Bauteile zu. Nach Angaben des Bauministeriums ist der Anteil serieller Sanierungen innerhalb von zwei Jahren deutlich gestiegen – von lediglich zwei Prozent im Jahr 2022 auf über 23 Prozent im Jahr 2024. Dabei kommen vor allem vorgefertigte Fassaden- und Dachelemente zum Einsatz. In Städten wie Mannheim und Berlin wurden größere Wohnbauprojekte mit dieser Methode realisiert. In Mannheim etwa entstanden in einem neuen Stadtteil über 360 Wohnungen in serieller Bauweise.

Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW geht davon aus, dass künftig bis zu ein Viertel aller Neubauten seriell errichtet werden könnten. Die Methode habe sich in der Branche etabliert, so Hauptgeschäftsführerin Ingeborg Esser. Gleichzeitig bemängeln Bauunternehmen lange Ausschreibungsverfahren, insbesondere bei öffentlichen Aufträgen, sowie unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern, die den Fortschritt behinderten.

Hinzu kommen grundlegende Probleme der Branche, etwa steigende Baukosten, Schwierigkeiten bei der Projektfinanzierung, bürokratische Hürden und ein Mangel an Fachkräften. Dennoch verzeichnete der Wohnungsbau zuletzt eine leichte Stimmungsaufhellung. Der Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts zeigt im Juni eine sinkende Quote an Firmen mit Auftragsmangel – ein erster Hinweis auf mögliche Entspannung in der Bauwirtschaft.

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