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Ferrovial trennt sich von Heathrow: Neuer Eigentümermix am Londoner Flughafen

Ein überraschender Deal mit Saudi-Arabien und Frankreich verändert die Luftverkehrsszene Europas

Ferrovial trennt sich von Heathrow: Neuer Eigentümermix am Londoner Flughafen

Der Londoner Flughafen Heathrow, Europas größter Flughafen, wird bald zwei neue Eigentümer begrüßen dürfen, da das spanische Unternehmen Ferrovial seine langjährigen Anteile an diesem wichtigen Luftverkehrsdrehkreuz verkauft hat. Dieser überraschende Schritt markiert das Ende einer 17-jährigen Partnerschaft zwischen Ferrovial und Heathrow. Die Anteile von Ferrovial werden zu gleichen Teilen an zwei verschiedene Investoren übertragen: 15 Prozent gehen an die französische Private-Equity-Gruppe Adrian, während der staatliche Public Investment Fund (PIF) aus Saudi-Arabien einen Anteil von zehn Prozent erwirbt. Insgesamt beläuft sich der Wert dieser Transaktion auf beachtliche 2,4 Milliarden Pfund, was etwa 2,75 Milliarden Euro entspricht.

Diese Transaktion hat auch weitreichende Auswirkungen auf die Anteilseignerstruktur von Heathrow. Mit dem Erwerb von zehn Prozent der Anteile wird der staatliche PIF aus Saudi-Arabien zu einem bedeutenden Akteur und verstärkt seine Präsenz im globalen Luftverkehrssektor. Bereits zuvor hielt die Qatar Investment Authority einen Anteil von 20 Prozent an Heathrow. Diese Veränderungen in der Eigentümerstruktur verdeutlichen die wachsende Bedeutung von Staatsfonds aus dem Mittleren Osten im internationalen Luftverkehrsgeschäft.

Für Ferrovial ist dieser Verkauf ein unerwarteter Glücksfall. Das Unternehmen, das mit einer Verschuldung von 14 Milliarden Pfund zu kämpfen hatte, hatte seine Anteile an Heathrow bereits abgeschrieben, da die Zukunft des Flughafens aufgrund der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie ungewiss schien. Nun kann Ferrovial jedoch einen außerordentlichen Gewinn aus diesem Geschäft erzielen und sich von einem erheblichen Schuldenberg befreien. Luke Bugeja, der Chef von Ferrovial Airports, betonte die Rolle des Unternehmens bei der Umgestaltung von Heathrow in den letzten 17 Jahren.

Die Geschichte von Ferrovial und Heathrow war von Anfang an eine wechselvolle. Im Jahr 2006 erwarb das spanische Unternehmen die Anteile an dem Flughafen durch eine feindliche Übernahme des damaligen Betreibers BAA. Zu Spitzenzeiten besaßen die Spanier mehr als 50 Prozent der Betreibergesellschaft von Heathrow, reduzierten jedoch später ihren Anteil auf 25 Prozent. Darüber hinaus ist Ferrovial an drei weiteren britischen Flughäfen beteiligt, nämlich Aberdeen, Glasgow und Southampton, wo das Unternehmen jeweils 50 Prozent der Anteile hält. Zudem besitzt Ferrovial eine Beteiligung von 49 Prozent am Terminal 1 des John-F.-Kennedy-Flughafens in New York.

Der Erwerb von Anteilen an Heathrow durch den saudischen PIF unterstreicht die Strategie Saudi-Arabiens, seine Petrodollar in weltweite industrielle Beteiligungen umzuwandeln. Bis zum Jahr 2030 plant Saudi-Arabien, ein Vermögen von zwei Billionen Dollar in seinem Staatsfonds zu verwalten, was es zu einem der größten Fonds der Welt machen würde und den norwegischen Ölfonds überholen könnte.

Heathrow hat sich in diesem Jahr allmählich von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie erholt. In den ersten neun Monaten des aktuellen Geschäftsjahres verzeichnete der Flughafen einen Anstieg der Passagierzahlen um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr auf fast 60 Millionen. Die Erlöse stiegen ebenfalls in ähnlichem Tempo auf 2,7 Milliarden Pfund an. Trotz dieser positiven Entwicklungen verzeichnete Heathrow jedoch vor Steuern weiterhin einen bereinigten Verlust von 19 Millionen Pfund. Die Zukunft des Flughafens wird nun mit Spannung erwartet, da neue Eigentümer das Ruder übernehmen und ihre eigenen Pläne und Visionen für Europas größten Flughafen umsetzen werden.

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