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Ferrari übertrifft Erwartungen: Kerngewinn soll 2026 um 6% steigen

Luxus-Sportwagenhersteller profitiert von starker Nachfrage und vollen Auftragsbüchern bis Ende 2027.

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Ferrari übertrifft Erwartungen: Kerngewinn soll 2026 um 6% steigen

Ferrari hat am Dienstag überraschend starke Quartalszahlen vorgelegt und einen optimistischen Ausblick für 2026 gegeben. Der italienische Luxus-Sportwagenhersteller rechnet mit einem Anstieg des bereinigten EBITDA um mindestens 6 Prozent auf über 2,93 Milliarden Euro. Die Mailänder Aktie schoss daraufhin um bis zu 10 Prozent nach oben und notierte am Mittag noch mit einem Plus von 8,4 Prozent.

CEO Benedetto Vigna zeigte sich zuversichtlich: "Unsere Nachfrage bleibt sehr solide", betonte er und verwies auf einen Auftragsbestand, der bis Ende 2027 reicht. Das Unternehmen steuere die Nachfrage bewusst, um die Exklusivität der Marke in allen Märkten zu wahren. Diese Strategie der künstlichen Verknappung hat sich für Ferrari seit Jahren als erfolgreich erwiesen.

Im vierten Quartal 2025 steigerte Ferrari das bereinigte EBITDA um 9 Prozent auf 700 Millionen Euro und übertraf damit die Analystenschätzungen von 668 Millionen Euro deutlich. Der Nettoumsatz wuchs im gleichen Zeitraum um 4 Prozent und lag ebenfalls über den Erwartungen. Besonders beeindruckend entwickelte sich der operative Cashflow, der im Gesamtjahr 2025 um 50 Prozent auf über 1,5 Milliarden Euro zulegte.

Elektrostrategie neu justiert

Die starken Zahlen kommen zu einem kritischen Zeitpunkt für Ferrari. Seit Anfang Oktober hatte die Aktie fast ein Drittel ihres Wertes verloren, nachdem Analysten und Investoren den neuen Geschäftsplan als zu konservativ kritisiert hatten. Der Plan sieht für 2030 Umsätze von rund 9 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBITDA von über 3,6 Milliarden Euro vor.

Bemerkenswert ist die Kehrtwende bei der Elektrifizierung. Ferrari reduzierte den geplanten Elektroanteil in seiner Modellpalette für 2030 von ursprünglich 40 auf nur noch 20 Prozent. Stattdessen soll die Hälfte der Produktion aus Verbrennern und Hybriden bestehen. Diese Entscheidung spiegelt die Skepsis vieler Luxuskunden gegenüber reinen Elektrofahrzeugen wider.

Erstes E-Auto kommt im Mai

Trotz der zurückhaltenden E-Strategie steht Ferrari vor einem wichtigen Meilenstein. Am 25. Mai wird in Rom das erste vollelektrische Modell namens "Luce" vorgestellt. Das Unternehmen hatte am Montag erste Teaser-Bilder veröffentlicht und damit die Spannung bei Fans und Investoren erhöht. Der Erfolg dieses Modells dürfte wegweisend dafür sein, wie schnell Ferrari seine Elektrifizierung vorantreibt.

Für deutsche Anleger bleibt Ferrari eine interessante Wette auf den Luxussektor. Die Kombination aus künstlicher Verknappung, starker Marke und wohlhabender Kundschaft hat sich als krisenresistent erwiesen. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass diese Strategie auch in unsicheren Zeiten funktioniert.

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