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Ferrari Luce EV enttäuscht Kritiker – Aktie bricht ein

Ferraris erstes vollelektrisches Auto „Luce" sorgt für heftige Kritik und lässt die Aktie um über 8% abstürzen.

Ferrari Luce EV enttäuscht Kritiker – Aktie bricht ein

Die Aktien von Ferrari haben am Dienstag einen deutlichen Kurseinbruch erlitten. Die in Mailand notierten Papiere schlossen mit einem Minus von 8,4%, während die New Yorker Aktien bis 15:50 Uhr GMT um 5,1% nachgaben. Auslöser war die verhaltene bis negative Reaktion auf das neue Elektromodell „Luce" – Ferraris erstes rein elektrisches Fahrzeug.

Das am späten Montag vorgestellte Modell kostet 550.000 Euro (rund 640.000 US-Dollar) und stellt eine radikale Abkehr vom bisherigen Ferrari-Portfolio dar. Der viertürige, fünfsitzige Familienkombi wurde unter Mitwirkung des ehemaligen Apple-Designchefs Jony Ive und seinem Designkollektiv LoveFrom entwickelt. Für eine Marke, die traditionell mit leistungsstarken Verbrennungsmotoren und deren unverwechselbarem Klang assoziiert wird, ist der Luce ein historischer Einschnitt.

Scharfe Kritik aus Politik und Wirtschaft

Besonders das Design des Fahrzeugs steht im Mittelpunkt der Kritik. In sozialen Medien häuften sich negative Kommentare. Italiens stellvertretender Ministerpräsident und Verkehrsminister Matteo Salvini schrieb auf X: „Es sieht überhaupt nicht wie ein (Ferrari) aus. Soll das ‚Innovation' sein? Wer weiß, was (Firmengründer) Enzo Ferrari dazu sagen würde."

Noch schärfer äußerte sich Luca Cordero di Montezemolo, der über 20 Jahre lang verschiedene Führungspositionen bei Ferrari innehatte, bevor er das Unternehmen 2014 im Streit verließ. Er bezeichnete das neue Modell als Verrat an der Geschichte Ferraris und sagte am Rande einer Wirtschaftskonferenz in Rom: „Ich hoffe, dass sie das springende Pferd (Logo) von diesem Auto entfernen."

Portfoliomanager Fabio Caldato von AcomeA SGR, die Ferrari-Aktien hält, versuchte die Marktreaktion einzuordnen. „Ferrari wird derzeit für eine ästhetische Enttäuschung abgestraft, die auf die erheblichen Bedenken hinsichtlich der Erweiterung der Modellpalette um Elektroautos folgt", erklärte er gegenüber Reuters. Gleichzeitig zeigte er sich vorsichtig optimistisch: „Wir bleiben rational und gehen davon aus, dass dieses neue Produkt eine Nische von Kunden ansprechen könnte."

Neue Zielgruppen: China und Tech-Milliardäre

Mit dem Luce – benannt nach dem italienischen Wort für „Licht" – verfolgt Ferrari eine klare strategische Stoßrichtung. Die Auslieferungen sollen voraussichtlich im vierten Quartal beginnen. Das Modell zielt auf neue Märkte ab, darunter China, wo Elektrofahrzeuge einen wachsenden Anteil am Absatz von Premiumautos ausmachen.

Darüber hinaus nimmt Ferrari eine neue Generation wohlhabender Käufer ins Visier – darunter Unternehmer aus dem Technologiesektor in Zentren wie dem Silicon Valley. Das Unternehmen möchte seine Attraktivität über den traditionellen Kundenstamm hinaus erweitern. Ferrari-Käufer besitzen in der Regel mehr als ein Fahrzeug der Marke, was den von Sammlern geprägten und wohlhabenden Kundenstamm widerspiegelt.

Die frostige Marktreaktion unterstreicht die Risiken, denen Ferrari gegenübersteht, während das Unternehmen versucht, Exklusivität und Preismacht zu bewahren und gleichzeitig den branchenweiten Wandel hin zur Elektrifizierung zu bewältigen. Luxusautohersteller sehen sich weiterhin mit Unsicherheiten bezüglich der Nachfrage nach High-End-Elektrofahrzeugen konfrontiert. Ferrari hatte im vergangenen Jahr Pläne für ein zweites Elektromodell auf mindestens 2028 verschoben.

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