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Ferrari-Chef verteidigt 550.000-Euro-Preis für Elektro-Luce

CEO Benedetto Vigna nennt den Preis des ersten vollelektrischen Ferrari angemessen – trotz Kurseinbruch und heftiger Kritik.

Ferrari-Chef verteidigt 550.000-Euro-Preis für Elektro-Luce

Ferrari-Chef Benedetto Vigna hat den Preis von 550.000 Euro (rund 640.000 US-Dollar) für den neuen Luce verteidigt. Bei einem Rundtischgespräch im italienischen Modena erklärte er am Donnerstag, die Kosten seien ein angemessener Preis für Innovation. Das Modell war am Montag enthüllt worden und stellt Ferraris erstes vollelektrisches Fahrzeug dar.

Der Luce ist zugleich der erste Fünfsitzer in der Geschichte des Traditionsunternehmens. Das Fahrzeug beschleunigt in etwa 2,5 Sekunden auf 60 mph und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von rund 192 mph. Alle Komponenten wurden laut Ferrari im eigenen Haus in Maranello entwickelt und gefertigt, während das Design der Agentur LoveFrom anvertraut wurde – gegründet vom ehemaligen Apple-Designchef Jony Ive.

Vigna betonte, dass das neue Modell auf großes Kundeninteresse gestoßen sei, auch bei neuen, extrem wohlhabenden Kunden. Er warnte zudem davor, aus der Medienberichterstattung falsche Schlüsse zu ziehen: Ferrari ersetze traditionelle Motoren nicht durch Elektroantriebe. Zu Wochenbeginn hatte er die Einführung des Luce als einen „sehr, sehr wichtigen Tag" für das Unternehmen bezeichnet, der den Beginn eines „neuen Kapitels" in dessen Geschichte symbolisiere.

Kurssturz und Anlegerreaktion

Die Marktreaktion auf die Enthüllung des Luce fiel deutlich negativ aus. Die in Mailand notierte Ferrari-Aktie verlor am Dienstag rund 8 Prozent an Wert. Am Mittwoch weitete sie die Verluste um weitere 0,1 Prozent aus. Am Donnerstag erholte sich das Papier und notierte zuletzt mit einem Plus von 1,3 Prozent. Autoanalysten spielten die Gegenreaktion der Anleger jedoch herunter und erklärten, es sei „zu früh, um übermäßig besorgt zu sein".

Die Skepsis der Märkte wurde von einem Sturm der Entrüstung in den sozialen Medien begleitet. Das unkonventionelle Design des Luce stieß auf breite Kritik – nicht nur bei Internetnutzern, sondern auch bei prominenten Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft.

Prominente Kritiker: Ex-Chef und Verkehrsminister

Besonders scharf fiel die Kritik des ehemaligen Ferrari-Vorsitzenden Luca di Montezemolo aus. Er bezeichnete das Fahrzeug gegenüber italienischen Medien als Schande für die geschichtsträchtige Historie des Unternehmens. Di Montezemolo hatte über Jahrzehnte bis 2014 verschiedene Führungspositionen bei Ferrari inne. Ferrari lehnte eine Stellungnahme zu seinen Äußerungen ab. Bemerkenswert: Di Montezemolo trat im vergangenen Jahr dem Vorstand der konkurrierenden McLaren Group Holdings Limited bei, die sich auf Hybridmotoren konzentriert und ebenfalls in der Formel 1 antritt.

Auch der italienische stellvertretende Ministerpräsident und Verkehrsminister Matteo Salvini äußerte sich kritisch zum Luce. Damit steht Ferrari nicht nur unter Druck von Investoren und Fans, sondern auch von politischer Seite.

Auf die Frage, ob das Unternehmen neue Kunden und seine Stammkundschaft gleichermaßen zufriedenstellen könne, antwortete Vigna gegenüber CNBC: „Wissen Sie, wenn man eine neue Technologie einführt, muss man immer ein Wort im Hinterkopf behalten, und das heißt Respekt." Der Ferrari-Chef signalisiert damit, dass das Unternehmen den Spagat zwischen Tradition und Zukunft bewusst und behutsam angehen will.

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