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Fenerbahçe-Präsident Saran wegen illegaler Wetten zu Haft verurteilt

Ein Istanbuler Gericht verurteilte Sadettin Saran zu zweieinhalb Jahren Haft – kurz vor dem Vereinskongress zur Nachfolgerwahl.

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Fenerbahçe-Präsident Saran wegen illegaler Wetten zu Haft verurteilt

Ein türkisches Gericht hat den Vorsitzenden von Fenerbahçe, Sadettin Saran, zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Das Urteil erging wegen Anstiftung zu illegalen Wetten – und fällt in eine politisch brisante Phase für den Istanbuler Traditionsclub. Denn der Kongress zur Wahl eines neuen Vereinspräsidenten ist bereits für den 6. und 7. Juni angesetzt.

Das Istanbuler Gericht befand Saran und seinen Bruder Kenan Saran für schuldig, „Personen durch Werbung oder andere Mittel zur Teilnahme an illegalen Wetten angestiftet zu haben". Sadettin Saran hatte in seiner Verteidigung jegliches Fehlverhalten bestritten, wie lokale Medien berichteten. An der bevorstehenden Präsidentschaftswahl des Vereins nimmt er nicht teil.

Saran ist nicht nur als Fußballfunktionär bekannt. Der türkisch-amerikanische Geschäftsmann ist Gründer und Vorsitzender der Saran Group, eines Mischkonzerns mit Beteiligungen in den Bereichen Medien, Rundfunk, Tourismus und Verteidigung. Bereits Anfang des Jahres war er im Rahmen von Ermittlungen zu Drogenkonsum unter türkischen Prominenten kurzzeitig festgenommen worden, später jedoch wieder freigelassen worden. Im Zuge dieser Festnahme hatte Saran seinen Rücktritt vom Vereinsvorsitz angekündigt.

Ermittlungen erschüttern den türkischen Profifußball

Das Urteil gegen Saran steht im Kontext einer umfassenderen Untersuchung der türkischen Behörden. Diese ermitteln wegen mutmaßlicher Spielmanipulationen und illegaler Wetten in den Profifußball-Ligen des Landes. Der türkische Fußballverband suspendierte in diesem Zusammenhang Dutzende von Schiedsrichtern. Darüber hinaus wurden mehrere Kommentatoren, Funktionäre und Spieler von Erstliga-Clubs festgenommen oder verhaftet.

Die Affäre trifft Fenerbahçe in einer sportlich ohnehin schwierigen Phase. Der Club aus Istanbul wartet seit 13 Jahren auf einen Meisterschaftstitel und hofft, mit einem neuen Vereinspräsidenten einen Neuanfang einzuleiten. Für den Kongress im Juni haben sich bereits zwei Kandidaten angekündigt: der ehemalige Vereinsvorsitzende Aziz Yildirim, der seine Kandidatur öffentlich bekanntgab, sowie der Geschäftsmann Hakan Safi.

Nachfolgerennen bei Fenerbahçe

Aziz Yildirim ist in der Geschichte von Fenerbahçe keine unbekannte Größe. Er leitete den Verein bereits über viele Jahre und tritt nun erneut an, um die Führung zu übernehmen. Sein Gegenkandidat Hakan Safi gilt als Vertreter eines unternehmerisch geprägten Kurses für den Club. Welcher der beiden Kandidaten das Rennen macht, wird sich beim außerordentlichen Kongress Anfang Juni entscheiden.

Für Fenerbahçe und den türkischen Fußball insgesamt markiert die aktuelle Situation eine Zäsur. Die laufenden Ermittlungen zu Wettbetrug und Spielmanipulation belasten das Ansehen der Liga erheblich. Ob das Urteil gegen Saran rechtskräftig wird oder in weiteren Instanzen angefochten wird, bleibt abzuwarten.

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