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FEMSAs NetPay digitalisiert Zahlungen an mexikanischen Tankstellen

Der Konzern folgt damit dem Kurs von Präsidentin Sheinbaum, die Bargeld im Zahlungsverkehr zurückdrängen will.

FEMSAs NetPay digitalisiert Zahlungen an mexikanischen Tankstellen

Der mexikanische Einzelhandels- und Abfüllkonzern FEMSA hat am Donnerstag den Start eines digitalen Zahlungssystems für Tankstellen in Mexiko bekanntgegeben. Die Zahlungseinheit NetPay führt die neue Lösung ein und folgt damit dem politischen Kurs der Regierung unter Präsidentin Claudia Sheinbaum, die den Sektor aktiv zur Abkehr vom Bargeld drängt.

FEMSA ist in Mexiko vor allem durch seine OXXO-Convenience-Stores und ein umfangreiches Tankstellennetz bekannt. Das Unternehmen betreibt fast 600 Tankstellen in 17 mexikanischen Bundesstaaten und verfügt damit über eine erhebliche Reichweite im Land.

Karten, QR-Code und CoDi als Zahlungsmethoden

Das neue System von NetPay ermöglicht es Tankstellen, Zahlungen per Karte, QR-Code sowie über CoDi – das mexikanische Echtzeit-Zahlungssystem der Zentralbank – zu akzeptieren. Besonders hervorzuheben ist, dass diese Transaktionen direkt mit den Steuerungs- und Betriebssystemen der jeweiligen Tankstationen verknüpft werden. Dies vereinfacht die Abrechnung und erhöht die Transparenz für Betreiber.

Präsidentin Sheinbaum hatte bereits im März angekündigt, dass ihre Regierung die Digitalisierung von Zahlungen an Tankstellen und Autobahnmautstellen anstrebt. Die Initiative ist Teil eines umfassenderen Plans zur Reduzierung des Bargeldumlaufs und zur Modernisierung des mexikanischen Zahlungsverkehrs. Um elektronische Zahlungen zu fördern, wurden die Gebühren für Kartenzahlungen an Tankstellen bis Oktober gesenkt.

Ausweitung auf weitere bargeldintensive Branchen geplant

FEMSA betont, dass das NetPay-System nicht ausschließlich für den eigenen Tankstellenbetrieb gedacht ist. Das Unternehmen plant, die Lösung auch auf dem breiteren Markt anzubieten und sie künftig in anderen bargeldintensiven Branchen einzusetzen – darunter die Gastronomie und der Einzelhandel. Damit positioniert sich FEMSA als Anbieter von Zahlungsinfrastruktur weit über das eigene Kerngeschäft hinaus.

Den Grundstein für diese Expansion legte FEMSA im Jahr 2023 mit der Übernahme von NetPay. Das Unternehmen wurde anschließend in die Fintech-Sparte Spin eingegliedert, über die FEMSA seine digitalen Finanzdienstleistungen bündelt. Die Integration von NetPay in das bestehende Ökosystem zeigt, wie der Konzern sein Geschäftsmodell systematisch in Richtung digitaler Finanzdienstleistungen erweitert.

Für deutsche Beobachter ist die Entwicklung in Mexiko ein interessantes Beispiel dafür, wie staatlicher Druck und unternehmerische Initiative gemeinsam die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs vorantreiben können. Während in Deutschland die Bargeldnutzung trotz wachsender Kartenzahlung noch immer verbreitet ist, setzt Mexiko mit gezielten Gebührensenkungen und politischen Vorgaben auf einen beschleunigten Wandel hin zu bargeldlosen Zahlungen.

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