FedEx und UPS unter Druck: Amazon startet eigenen Lieferkettendienst
Amazon öffnet sein Logistiknetzwerk für externe Unternehmen – FedEx verliert 5,7 Prozent, UPS gibt 4,1 Prozent nach.

Die Aktien von FedEx und United Parcel Service (UPS) stehen am Montag im vorbörslichen Handel deutlich unter Druck. Auslöser ist die Ankündigung von Amazon, sein umfangreiches Logistiknetzwerk künftig auch für externe Unternehmen zu öffnen. FedEx verlor im frühen Handel 5,7 Prozent, während UPS um 4,1 Prozent nachgab.
Amazon hat mit den sogenannten „Amazon Supply Chain Services" einen neuen Dienst gestartet, der Unternehmen aus verschiedenen Branchen Zugang zur eigenen Logistikinfrastruktur verschafft. Damit tritt der Konzern nun in direkte Konkurrenz zu den etablierten Paket- und Frachtdienstleistern – ein Schritt, der die Branche aufhorchen lässt.
Amazons Logistikinfrastruktur: Gewaltige Kapazitäten
Die Infrastruktur, die Amazon nun für Dritte zugänglich macht, ist beeindruckend: Das Netzwerk umfasst 80.000 Auflieger, 24.000 Intermodal-Container und 100 Flugzeuge. Diese Kapazitäten stehen künftig Firmen aus dem Gesundheitswesen, der Automobilindustrie, der Fertigung und dem Einzelhandel zur Verfügung.
Das Angebot ist breit aufgestellt und deckt die gesamte Lieferkette ab. Konkret umfasst der neue Dienst folgende Leistungen:
- Frachtdienste für den See-, Luft-, Land- und Schienentransport
- Distributions- und Fulfillment-Dienstleistungen für die Bestandsverwaltung
- Paketversand mit Lieferzeiten von zwei bis fünf Tagen
Mehrere Großunternehmen haben sich bereits für den neuen Dienst angemeldet. Procter & Gamble nutzt die Frachtdienste von Amazon für den Transport von Rohstoffen und Fertigwaren. Der Industriekonzern 3M setzt das Frachtnetzwerk ein, um Produkte von Produktionsstandorten zu Vertriebszentren zu transportieren.
Wachsende Bedrohung für FedEx und UPS
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Zur AktienanalyseFür FedEx und UPS ist Amazons Vorstoß eine ernste Herausforderung. Beide Konzerne zählen zu den weltweit größten Logistikdienstleistern und sind auf Unternehmenskunden angewiesen, die nun direkt von Amazon umworben werden. Die deutlichen Kursverluste am Montag spiegeln die Sorge der Investoren wider, dass Amazon ihnen künftig signifikante Marktanteile streitig machen könnte.
Amazon hatte in den vergangenen Jahren massiv in den Aufbau seiner eigenen Logistikkapazitäten investiert – zunächst primär zur Versorgung des eigenen Marktplatzes. Die Öffnung dieses Netzwerks für externe Kunden markiert nun einen strategischen Wendepunkt: Amazon wandelt sich vom reinen Wettbewerber zum Dienstleister für die gesamte Industrie. Für deutsche Anleger, die in FedEx oder UPS investiert sind, dürfte die Entwicklung die Frage aufwerfen, wie sich die Wettbewerbsposition der traditionellen Logistikkonzerne langfristig behaupten kann.


