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Fed-Zinserhöhung im September: Markt senkt Erwartungen nach Jobdaten

Schwache US-Beschäftigtenzahlen im Juli lassen Zinsfutures die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Straffung im September deutlich sinken.

Fed-Zinserhöhung im September: Markt senkt Erwartungen nach Jobdaten

US-Zinsfutures haben am Freitag die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Federal Reserve im September spürbar nach unten korrigiert. Auslöser war ein unerwartet schwacher Arbeitsmarktbericht: Die US-Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft – die sogenannten Non-Farm Payrolls – sind im Juli überraschend zurückgegangen. Der Rückgang der Beschäftigtenzahlen sendete ein klares Signal an die Märkte, dass die US-Wirtschaft möglicherweise an Dynamik verliert.

Laut Daten des Finanzdienstleisters LSEG preist der Zinsfuture-Markt nun nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 43,9 Prozent für eine weitere Zinsstraffung durch die Fed im September ein. Vor der Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts lag diese Wahrscheinlichkeit noch bei 57 Prozent. Das entspricht einem Rückgang von rund 13 Prozentpunkten innerhalb kürzester Zeit – ein deutliches Zeichen dafür, wie sensibel die Märkte auf Konjunkturdaten reagieren.

Wahrscheinlichkeit für Zinspause steigt deutlich

Gleichzeitig stieg die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinsen im September unverändert lässt, auf 60,4 Prozent. Unmittelbar vor der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten hatte dieser Wert noch bei lediglich 43,2 Prozent gelegen. Damit hat sich die Markterwartung innerhalb weniger Minuten nach Bekanntgabe der Daten grundlegend gedreht: Eine Zinspause gilt nun als das wahrscheinlichere Szenario.

Für deutsche und europäische Anleger ist diese Entwicklung von besonderer Bedeutung. Die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve beeinflusst nicht nur die amerikanischen Kapitalmärkte, sondern wirkt sich auch auf Wechselkurse, internationale Anleiherenditen und globale Aktienindizes aus. Eine weniger aggressive Fed bedeutet in der Regel einen schwächeren US-Dollar und kann Kapitalflüsse in andere Märkte begünstigen.

Hintergrund: Die Rolle der Non-Farm Payrolls

Die monatlich veröffentlichten Non-Farm Payrolls gelten als einer der wichtigsten Konjunkturindikatoren der USA. Sie erfassen die Veränderung der Beschäftigtenzahl in allen Wirtschaftsbereichen außer der Landwirtschaft und geben damit ein breites Bild der Arbeitsmarktlage. Die Federal Reserve beobachtet diese Daten genau, da ein starker Arbeitsmarkt typischerweise inflationstreibend wirkt und damit weitere Zinserhöhungen rechtfertigen kann – ein schwacher Arbeitsmarkt hingegen spricht eher für eine abwartende Haltung.

Der Zinsfuture-Markt ist ein wichtiges Instrument zur Einschätzung der Markterwartungen an die Notenbankpolitik. Händler und institutionelle Investoren nutzen diese Futures, um sich gegen Zinsänderungsrisiken abzusichern oder auf künftige Notenbankentscheidungen zu spekulieren. Die daraus abgeleiteten Wahrscheinlichkeiten gelten als verlässlicher Echtzeitindikator für die Marktstimmung gegenüber der Fed-Politik.

Die nächste geldpolitische Sitzung der Federal Reserve findet im September statt. Bis dahin werden weitere Konjunkturdaten veröffentlicht, die das Bild weiter schärfen dürften. Anleger beobachten insbesondere Inflationsdaten und weitere Arbeitsmarktberichte, um die endgültige Entscheidung der Fed besser einschätzen zu können.

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