ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Fed-Zinsentscheid spaltet Notenbank – Ölpreis springt auf 120 Dollar

Die Fed lässt Zinsen unverändert, doch die Abstimmung war so gespalten wie seit 1992 nicht mehr. Ölpreis steigt um 7 Prozent.

Fed-Zinsentscheid spaltet Notenbank – Ölpreis springt auf 120 Dollar

Die US-Notenbank Federal Reserve hat die Zinsen am Mittwoch wie erwartet unverändert gelassen – doch hinter dieser Entscheidung verbirgt sich die tiefste interne Spaltung seit 1992. Gleichzeitig kletterte der Ölpreis um rund 7 Prozent in Richtung 120 US-Dollar pro Barrel, während die Aktienmärkte weltweit unter Druck gerieten und die Anleiherenditen stiegen.

Der Brent-Rohölpreis erreichte seinen höchsten Schlussstand seit vier Jahren und notierte knapp unter der Marke von 120 US-Dollar pro Barrel. Hintergrund sind wachsende Sorgen über das globale Angebot, unter anderem im Zusammenhang mit einer möglichen monatelangen Verlängerung der Iran-Blockade. US-Präsident Trump traf sich dazu mit Vertretern der Ölkonzerne.

Powells letzter Auftritt – Warsh übernimmt das Ruder

Jerome Powell verabschiedete sich am Ende seiner letzten Pressekonferenz als Fed-Vorsitzender mit den Worten: „Wie auch immer, vielen Dank an alle. Wir sehen uns beim nächsten Mal nicht wieder." Damit endet Powells achtjährige Amtszeit als Fed-Chef, wenngleich er noch eine Zeit lang als Gouverneur im Amt bleibt.

Sein designierter Nachfolger Kevin Warsh nahm am Mittwoch eine wichtige Hürde im Bestätigungsprozess des US-Senats. Die endgültige Bestätigung durch das gesamte Plenum wird für die Woche ab dem 11. Mai erwartet. Händler sehen die Fed vorerst in einer Wartestellung und rechnen zunehmend mit der Möglichkeit einer Zinserhöhung.

Märkte im Überblick: Verluste in Europa, gemischtes Bild in den USA

An den Aktienmärkten zeigte sich ein differenziertes Bild. In Asien legte China um 2 Prozent zu, während Europa deutlich schwächer tendierte: Der Stoxx 600 verlor 0,6 Prozent und fiel auf ein Drei-Wochen-Tief, der britische FTSE 100 gab 1 Prozent nach. An der Wall Street schloss der Dow Jones 0,6 Prozent im Minus, während S&P 500 und Nasdaq nahezu unverändert blieben.

Im Sektorvergleich war Energie mit einem Plus von 2,4 Prozent der klare Gewinner unter den S&P-500-Sektoren – sieben der elf Sektoren schlossen im Minus. Im nachbörslichen Handel sorgten die Quartalsergebnisse der Tech-Giganten für Bewegung: Meta-Aktien brachen um 5 Prozent ein, während Alphabet um 5 Prozent zulegte. Amazon und Microsoft gaben leicht nach.

Vier der sogenannten „Magnificent Seven" – Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft – veröffentlichten ihre Ergebnisse für das erste Quartal 2025. Der kombinierte Umsatz der vier Konzerne belief sich auf rund 287 Milliarden US-Dollar, einschließlich des Cloud-Computing-Umsatzes von Amazon. Der kollektive Ausblick, insbesondere zur KI-Revolution und den damit verbundenen Investitionen, dürfte die Marktstimmung in den kommenden Wochen maßgeblich beeinflussen.

Japan in der Klemme: Yen, Renditen und Ölpreis belasten

Der japanische Yen hat sich auf über 160,00 pro US-Dollar abgeschwächt und damit eine psychologisch wichtige Marke überschritten. Viele Analysten sehen dieses Niveau als möglichen Auslöser für eine Marktintervention durch die japanischen Behörden. Bislang beschränkte sich Tokio auf verbale Interventionen.

Der Yen notiert nominal nahe einem Drei-Jahrzehnte-Tief gegenüber dem US-Dollar und auf einem Rekordtief auf Basis des realen effektiven Wechselkurses. Gleichzeitig sind die Renditen japanischer Staatsanleihen so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr, während der Nikkei auf einem Rekordhoch notiert. Japan steht damit vor einem schwer lösbaren Dreiklang aus Ölschock, steigenden Anleiherenditen und schwacher Währung.

Anleiherenditen auf Mehrjahreshochs

Auch am Anleihemarkt herrschte Druck: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf über 4,40 Prozent – den höchsten Stand seit einem Monat. Die Rendite zehnjähriger Euro-Anleihen erreichte den höchsten Schlussstand seit 2011, und britische Gilts rentierten weiterhin über 5 Prozent – der höchste Schlussstand seit 2008.

Am Devisenmarkt legte der US-Dollar zu. Gold verlor 1 Prozent, Silber gab 2 Prozent nach. Für den morgigen Handelstag stehen unter anderem die Zinsentscheidungen der Bank of England und der Europäischen Zentralbank sowie vorläufige Inflationsdaten aus der Eurozone im Fokus. Zudem legen Apple, Eli Lilly, Mastercard und Caterpillar ihre Quartalszahlen vor.

Federal ReserveZinsentscheidÖlpreisJerome PowellKevin WarshAnleiherenditenYen Intervention

Disclaimer