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Fed-Zinsentscheid: Ölschock und Iran-Krieg im Fokus

Die US-Notenbank trifft ihre Zinsentscheidung inmitten eines eskalierenden Nahost-Konflikts und steigender Energiepreise.

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Fed-Zinsentscheid: Ölschock und Iran-Krieg im Fokus

Die US-Notenbank Federal Reserve steht heute vor einer schwierigen Kommunikationsaufgabe. Während Marktteilnehmer weitgehend unveränderte Zinsen erwarten, richtet sich die eigentliche Aufmerksamkeit auf die Aussagen der Notenbanker zur Frage, wie der Iran-Krieg das US-Wirtschaftsbild verändert. Brent Crude notiert seit vier aufeinanderfolgenden Handelstagen über 100 Dollar pro Barrel.

Der Ölpreisanstieg verschärft ein ohnehin angespanntes Inflationsbild. Am heutigen Mittwoch veröffentlicht das US-Arbeitsministerium zudem den Erzeugerpreisindex (PPI) für Februar – ein weiterer wichtiger Datenpunkt, der den zugrunde liegenden Inflationsdruck vor Kriegsausbruch abbildet. Beide Signale zusammen dürften die geldpolitische Debatte innerhalb der Fed maßgeblich beeinflussen.

Ölmärkte suchen nach Alternativen zur Straße von Hormus

Die Ölpreise legten am Dienstag infolge neuer iranischer Angriffe auf Golfstaaten um mehr als drei Prozent zu, gaben am frühen Mittwoch jedoch wieder nach. Exporteure suchen verstärkt nach Alternativrouten, darunter die Ost-West-Pipeline Saudi-Arabiens zum Roten Meer sowie der türkische Hafen Ceyhan, wo nach einer Einigung zwischen Bagdad und kurdischen Behörden die Exporte wieder aufgenommen werden. Die Suche nach Umgehungsrouten signalisiert allerdings, dass kaum jemand mit einer raschen Entspannung rechnet.

Der Konflikt eskaliert derweil weiter: Irans Sicherheitschef Ali Laridschani wurde bei einem israelischen Angriff getötet. In der Trump-Administration kam es zudem zum ersten hochkarätigen Rücktritt im Zusammenhang mit dem Krieg. Trotz dieser Nachrichten schöpften die globalen Aktienmärkte leichten Mut aus dem marginalen Rückgang der Ölpreisvolatilität – US-Indizes schlossen am Dienstag mit leichten Gewinnen, asiatische Märkte legten am Mittwoch zu.

Notenbanken weltweit im Fokus

Neben der Fed trifft heute auch die Bank of Canada ihre Zinsentscheidung, während die Bank of Japan ihre zweitägige geldpolitische Sitzung beginnt. Händler beobachten alle drei Zentralbanken genau auf Hinweise, wie sie mit dem veränderten globalen Inflationsumfeld umgehen. Der US-Dollar gab gestern angesichts leicht verbesserter Risikobereitschaft nach, liegt gegenüber einem Währungskorb aber noch rund 1,5 Prozent im Plus seit Kriegsbeginn.

Im Hintergrund beschäftigt Anleger auch die Frage, wie ein möglicher neuer Fed-Vorsitzender die Geldpolitik prägen könnte. Der derzeitige Nominierte Kevin Warsh gilt als Befürworter einer stärkeren Bilanzreduktion. Eine Option wäre, die Treasury-Bestände der Fed stärker auf kurzfristige Schatzwechsel zu konzentrieren, die bei Fälligkeit leichter auslaufen können – ein Trend, der sich bereits abzeichnet.

Auf Unternehmensseite legt der US-Speicherchiphersteller Micron Technology heute seine Quartalszahlen vor. Angesichts globaler Sorgen über einen Chipmangel und dessen Inflationspotenzial dürften die Ergebnisse besonders aufmerksam verfolgt werden. Die Fed-Pressekonferenz mit Vorsitzendem Jerome Powell beginnt um 14:30 Uhr Ortszeit Washington (20:30 Uhr MEZ).

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