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Fed-Vize Jefferson offen für Zinserhöhung bei anhaltender Inflation

Philip Jefferson signalisiert Bereitschaft zur Zinserhöhung, sieht aktuelle Fed-Politik aber als „gut positioniert".

Fed-Vize Jefferson offen für Zinserhöhung bei anhaltender Inflation

Der Vizevorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve, Philip Jefferson, hat am Donnerstag in Stanford, Kalifornien, eine bemerkenswerte Warnung ausgesprochen: Sollte die Inflation kurzfristig nicht nachlassen, wäre er offen für weitere Zinserhöhungen. Vorerst hält er es jedoch für ausreichend, die kurzfristigen Kreditkosten auf dem aktuellen Niveau zu belassen – so wie es die Fed bereits im Juni entschieden hatte.

„Dieser geldpolitische Kurs sollte den Arbeitsmarkt weiterhin stützen und gleichzeitig ermöglichen, dass die Inflation ihren Rückgang in Richtung unseres Ziels von 2% wieder aufnimmt, sobald die Auswirkungen früherer Zölle und Energiepreise vollständig abgeklungen sind", sagte Jefferson in vorbereiteten Bemerkungen für das Stanford Institute for Economic Policy Research. Die Aussagen machen deutlich, dass Jefferson zwar kein ausgesprochener Falke ist, die Inflationsrisiken aber sehr ernst nimmt.

Nächste Fed-Sitzung am 28. und 29. Juli

Die Federal Reserve trifft sich am 28. und 29. Juli zu ihrer nächsten Zinssitzung. Aktuelle Regierungsdaten, die diese Woche veröffentlicht wurden, zeigen, dass sich die Verbraucherpreisinflation im Juni abgekühlt hat. Daraufhin haben Händler ihre Erwartungen für eine Zinserhöhung in diesem Monat weitgehend aufgegeben.

Dennoch mahnen die Währungshüter zur Vorsicht. Nach monatelanger Bewegung in die falsche Richtung wollen sich die Notenbanker nicht zu sehr auf einen einzigen Monat der Besserung verlassen. Einige Fed-Vertreter halten eine Zinserhöhung bereits jetzt für geboten – allen voran die Präsidentin der Dallas Fed, Lorie Logan, die sich am frühen Donnerstag entsprechend geäußert hatte. Dies bereitet den Boden für eine lebhafte Debatte in Washington in zwei Wochen.

Jefferson machte deutlich, dass er nicht dem Lager der „Falken" angehört, und bezeichnete die aktuelle Fed-Politik als „gut positioniert" – eine Formulierung, die Notenbanker häufig verwenden, um zu signalisieren, dass sie keine dringende Notwendigkeit für eine Kursänderung sehen. Seine Ausführungen waren jedoch merklich stärker von Sorgen über die Inflation als über den stabilen Arbeitsmarkt geprägt.

Zölle, Energiepreise und KI als Inflationstreiber

Jefferson nannte mehrere Faktoren, die den Preisdruck erhöhen könnten. Der Konflikt im Nahen Osten und steigende Kraftstoffpreise dürften seiner Einschätzung nach nur gedämpfte Auswirkungen auf die Nachfrage haben, aber den Preisdruck weiter erhöhen – der bereits durch die Zollanhebungen des vergangenen Jahres gestiegen ist.

„Die schnelle Abfolge von Schocks erhöht das Risiko, dass sich die Inflation verfestigt und die Inflationserwartungen sich von ihrer Verankerung lösen", warnte Jefferson. Besonders die Frage, ob der jüngste Anstieg der Energiepreise in die längerfristigen Inflationserwartungen einfließt, sei von entscheidender Bedeutung.

Auch das Thema Künstliche Intelligenz beschäftigt den Fed-Vize. KI könne die Inflation senken, wenn sie schnell zu Produktivitätswachstum führe. Allerdings könne sie den Inflationsdruck auch erhöhen, falls die Nachfrage durch höhere Ausgaben und Investitionen zuerst eintrete, bevor die Produktivitätsgewinne vollständig zum Tragen kommen. „Der Optimismus in Bezug auf KI könnte Investitionen und Konsum bereits heute ankurbeln, noch bevor diese Produktivitätsgewinne vollständig zum Tragen kommen", so Jefferson.

Für deutsche Anleger und Beobachter sind Jeffersons Aussagen von Bedeutung, da die US-Geldpolitik erheblichen Einfluss auf globale Kapitalmärkte, Wechselkurse und damit auch auf europäische Investitionen hat. Eine mögliche Zinserhöhung der Fed würde den US-Dollar tendenziell stärken und könnte Kapitalströme aus Europa in die USA begünstigen.

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