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Fed-Vertreter warnen: Inflation bleibt das größte Risiko

Goolsbee und Hammack sehen Inflation auf „Orange" oder schlimmer – und stützen damit eine restriktive Geldpolitik.

Fed-Vertreter warnen: Inflation bleibt das größte Risiko

Die Präsidentin der Federal Reserve von Cleveland, Beth Hammack, und der Präsident der Chicago Fed, Austan Goolsbee, haben in einem gemeinsamen Podcast-Interview unmissverständlich klargemacht: Die Inflation ist derzeit das drängendste Problem der US-Wirtschaft. Beide Fed-Vertreter unterstrichen damit ihre Unterstützung für eine straffe Geldpolitik – also eher keine baldigen Zinssenkungen.

Das Interview erschien im Podcast „The Indicator from Planet Money" und wurde am Mittwoch aufgezeichnet. Die Moderatoren baten die beiden Notenbanker, ihre wirtschaftliche Einschätzung anhand eines Vier-Farben-Schemas zu beschreiben – von Rot („das Haus steht in Flammen") bis Grün („alles sieht bestens aus"). Die Antworten fielen deutlich aus.

Goolsbee: Von Orange auf dem Weg zu Rot

Goolsbee bewertete die Inflationsaussichten mit „mindestens Orange" – und sah die Lage sogar als zunehmend bedrohlicher an. „Ich war optimistisch, dass wir auf den Pfad zu einer Inflation von 2% zurückkehren würden, aber oje, in letzter Zeit wechselt es von Orange zu Rot – wir hatten Zölle, die die Preise erhöhten, was eigentlich verschwinden sollte, aber irgendwie nicht verschwand, und jetzt kommt noch ein weiterer stagflationärer Schock hinzu. Es ist ein besorgniserregender Moment", sagte Goolsbee. Als Belastungsfaktoren nannte er steigende Benzinpreise infolge des Iran-Krieges sowie Zölle, die die Preise nach oben treiben.

Auch Hammack zeigte sich besorgt. Sie verwies darauf, dass die Inflation seit fünf Jahren über dem Zielwert der Fed von 2% liegt und sich in den letzten zwei Jahren „im Grunde seitwärts bewegt" habe. Ihre Farbe für die Inflation: „definitiv ein helleres, ein kräftigeres Orange" – ob das nun „Burnt Orange" oder „Burnt Sienna" sei, ließ sie mit einem Augenzwinkern offen.

Arbeitsmarkt: Fragiles Gleichgewicht, aber noch stabil

Beim Thema Beschäftigung zeigten sich die beiden Notenbanker weniger alarmiert. Hammack sieht die Arbeitslosenquote als ihren wichtigsten Indikator – und diese liege derzeit genau dort, wo sie Vollbeschäftigung vermutet. Das sei zwar ein „fragiles Gleichgewicht", aber ihre Einschätzung für den Arbeitsmarkt liege zwischen Gelb und Grün – vielleicht „Chartreuse", scherzte sie, oder „wie die Diet Mountain Dew", die ein Kollege am Entscheidungstisch bevorzuge.

Goolsbee war beim Arbeitsmarkt vorsichtiger und vergab die Farbe „Gelb". Er beschrieb den Zustand als eine Phase geringer Neueinstellungen und geringer Entlassungen, die er vor allem auf anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit zurückführt. Das Interview wurde zwei Tage vor dem Arbeitsmarktbericht des US-Arbeitsministeriums für März aufgezeichnet, der den größten monatlichen Stellenzuwachs außerhalb der Landwirtschaft seit Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit im Januar auswies. Die Arbeitslosenquote sank dabei auf 4,3% – allerdings hauptsächlich, weil viele Arbeitnehmer aus dem Erwerbsleben ausschieden.

Finanzsystem: Grün, aber mit Schaumschlägerei

Bei der Finanzstabilität gingen die Einschätzungen leicht auseinander. Hammack sieht das Finanzsystem trotz der Aktienmarktverluste seit Beginn des Iran-Krieges als „allgemein grün" an. Goolsbee hingegen zeigte sich bei den Zahlungssystemen zwar zufrieden, äußerte aber Bedenken hinsichtlich der Vermögenspreise. „Es sieht so aus, als gäbe es viel Schaumschlägerei", sagte er – und es sei unklar, ob dies produktivitätsbedingt sei oder eine Blase, die darauf warte zu platzen. Seine Farbe dafür: vielleicht Gelb.

Das gemeinsame Auftreten der beiden Fed-Vertreter sendet eine klare Botschaft an die Märkte: Solange die Inflation nicht deutlich und nachhaltig sinkt, ist mit Zinssenkungen der US-Notenbank nicht zu rechnen. Für deutsche Anleger ist das relevant, da die Geldpolitik der Fed maßgeblich die globalen Kapitalflüsse, den Dollarkurs und damit auch europäische Märkte beeinflusst.

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