Fed und FDIC billigen Abwicklungspläne der größten US-Banken
US-Aufsichtsbehörden finden keine Mängel in den „Living Wills" der acht größten amerikanischen Banken sowie 56 ausländischer Institute.

Die US-Notenbank Federal Reserve und die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) haben die sogenannten „Living Wills" – also die Abwicklungspläne – der acht größten Banken der Vereinigten Staaten ohne Beanstandungen durchgewunken. Auch die Pläne von 56 ausländischen Bankorganisationen wurden von den Behörden als mängelfrei eingestuft. Die Entscheidung wurde am Freitag offiziell bekanntgegeben.
Besonders bedeutsam ist dabei die Nachricht, dass zuvor gerügte Banken ihre Hausaufgaben erledigt haben. Die Aufsichtsbehörden bestätigten, dass Mängel in früheren Plänen der Bank of America, Goldman Sachs, JPMorgan Chase und Citigroup inzwischen ausreichend behoben wurden.
Was sind „Living Wills" und warum sind sie wichtig?
Der Begriff „Living Will" – auf Deutsch auch „Banktestament" oder „Abwicklungsplan" – bezeichnet einen detaillierten Plan, den systemrelevante Banken regelmäßig bei den Aufsichtsbehörden einreichen müssen. Darin legen die Institute dar, wie sie im Falle einer schweren Krise oder eines drohenden Zusammenbruchs geordnet abgewickelt werden könnten – ohne dass der Steuerzahler einspringen oder das gesamte Finanzsystem destabilisiert werden müsste. Diese Regelung wurde nach der Finanzkrise von 2008 eingeführt, um eine Wiederholung des damaligen Chaos zu verhindern.
Die Anforderung an solche Pläne ist Teil des Dodd-Frank-Gesetzes, das nach der globalen Finanzkrise in den USA verabschiedet wurde. Ziel ist es, sicherzustellen, dass keine Bank mehr als „too big to fail" gilt – also zu groß ist, um sie scheitern zu lassen, ohne massive Kollateralschäden zu verursachen.
Derivateportfolios als früherer Kritikpunkt
Im Jahr 2024 hatten die Aufsichtsbehörden die Bank of America, Goldman Sachs, JPMorgan Chase und Citigroup explizit gerügt. Der Vorwurf: Ihre Abwicklungspläne legten nicht angemessen dar, wie die Banken ihre Derivateportfolios im Krisenfall sicher und geordnet abwickeln könnten. Derivate sind komplexe Finanzinstrumente, deren unkontrollierte Auflösung im Ernstfall erhebliche Risiken für das gesamte Finanzsystem mit sich bringen kann.
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Zur AktienanalyseDie nun erfolgte Bestätigung durch Fed und FDIC signalisiert, dass die vier betroffenen Großbanken die geforderten Verbesserungen in ihren Plänen vorgenommen haben und die Behörden diese als ausreichend erachten. Dies ist ein wichtiges Signal für die Stabilität des US-Bankensektors.
Für deutsche und europäische Anleger ist diese Entwicklung relevant, da die genannten US-Großbanken zu den bedeutendsten Akteuren an den globalen Finanzmärkten zählen. Ihre regulatorische Verlässlichkeit und Krisenresistenz haben direkte Auswirkungen auf die internationale Finanzstabilität. Die Tatsache, dass auch 56 ausländische Bankorganisationen die Prüfung bestanden haben, unterstreicht die globale Reichweite dieser Regulierungsanforderungen.


