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Fed-Präsidentin Logan warnt vor globaler Ölknappheit durch Hormus-Krise

Lorie Logan von der Dallas Fed sieht die Welt vor massiven Energieengpässen, falls die Straße von Hormus geschlossen bleibt.

Fed-Präsidentin Logan warnt vor globaler Ölknappheit durch Hormus-Krise

Die Präsidentin der Federal Reserve Bank of Dallas, Lorie Logan, hat eindringlich vor den wirtschaftlichen Folgen einer anhaltenden Sperrung der Straße von Hormus gewarnt. In vorbereiteten Bemerkungen für eine Konferenz der Bank of Japan erklärte sie am Mittwoch, die Welt müsse möglicherweise einen Weg finden, mit deutlich weniger Öl und Erdgas auszukommen. Der Hintergrund: Der Iran hat den Schiffsverkehr durch die strategisch bedeutsame Meerenge im Zuge des dreimonatigen Konflikts mit den USA und Israel erheblich gedrosselt.

Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Energieadern der Welt. Vor dem Krieg passierte etwa ein Fünftel des weltweiten Erdöls und Flüssiggases (LNG) diese schmale Wasserstraße zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel. Die Einschränkungen des Schiffsverkehrs haben die Preise für Energie, Lebensmittel und Düngemittel bereits spürbar in die Höhe getrieben.

Massives Angebotsdefizit auf den Energiemärkten

Logan bezifferte das Ausmaß der Versorgungslücke in ihrer Rede konkret: Seit Beginn des Iran-Krieges habe sich das weltweite Ölangebot um rund 13 Millionen Barrel pro Tag verringert. Dieses enorme Defizit werde derzeit weitgehend durch den Abbau von Lagerbeständen ausgeglichen – doch diese seien endlich, wie Logan ausdrücklich betonte.

Die Aussichten auf eine schnelle Kompensation durch erhöhte US-Förderung sind laut einer aktuellen Umfrage der Dallas Fed unter Ölmanagern begrenzt. Die Branche erwartet für dieses Jahr lediglich einen Anstieg der US-Ölproduktion um eine Viertelmillion Barrel pro Tag und für das nächste Jahr um eine halbe Million Barrel pro Tag – angesichts des 13-Millionen-Barrel-Defizits eine vergleichsweise geringe Entlastung.

„Da das Angebot stark eingeschränkt ist, müsste der weltweite Öl- und Erdgasverbrauch deutlicher sinken als bisher, falls der Schiffsverkehr durch die Meerenge nicht bald wieder das Vorkriegsniveau erreicht", sagte Logan. Die wirtschaftlichen Folgen hingen davon ab, inwieweit Endverbraucher auf andere Energiequellen umsteigen oder Energie effizienter nutzen könnten, anstatt die wirtschaftliche Aktivität einzuschränken.

Logan zeigte sich dennoch überzeugt, dass die Märkte früher oder später ein Gleichgewicht finden werden – wenn auch auf schmerzhaftem Weg: „Auf die eine oder andere Weise erwarte ich, dass die Energiemärkte in absehbarer Zeit in ein ungefähres Gleichgewicht kommen werden. Wenn die Moleküle nicht verfügbar sind, kann die Welt sie nicht verbrauchen."

Logan fordert stärkere Widerstandsfähigkeit am Treasury-Markt

Neben der Energiekrise nutzte Logan ihre Rede auch, um Reformen am US-amerikanischen Staatsanleihenmarkt zu fordern. Sie sprach sich für ein zentrales Clearing des Eigenhandels der Fed mit Staatsanleihen sowie eine Erweiterung des Liquiditätsinstrumentariums über die bestehende ständige Repo-Fazilität hinaus aus. Hintergrund ist die wachsende Rolle gehebelter Investoren am Treasury-Markt.

„Gehebelte Positionen können im Falle von Preis- oder Finanzierungsschocks schnell aufgelöst werden", warnte Logan. Der Treasury-Markt bilde die Grundlage für die Staatsfinanzierung, den Investitionsfluss sowie die Umsetzung der Geldpolitik. „Seine Widerstandsfähigkeit verdient und erfordert kontinuierliche Anstrengungen und Wachsamkeit", so Logan.

Die Dallas-Fed-Präsidentin gehört derzeit zu den hawkishen Stimmen innerhalb der US-Notenbank. Sie war eine von drei Fed-Vertretern, die gegen die Zinsentscheidung des vergangenen Monats stimmten – mit der Begründung, die Fed solle angesichts steigender Energie- und anderer Preise signalisieren, dass eine Zinserhöhung ebenso möglich sei wie eine Zinssenkung. Zur kurzfristigen Geldpolitik äußerte sie sich in ihrer Rede für die nicht-öffentliche Konferenz jedoch nicht.

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