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Fed-Präsident Williams: Zinserhöhungen bei anhaltender Inflation möglich

New Yorks Fed-Chef Williams hält weitere Zinserhöhungen für angemessen, sollte die Inflation nicht auf 2% sinken.

Fed-Präsident Williams: Zinserhöhungen bei anhaltender Inflation möglich

John Williams, Präsident der Federal Reserve Bank of New York, hat in einem Reuters-Interview klargestellt, dass die US-Notenbank die Zinsen bei Bedarf weiter anheben wird. Ziel sei es, die Inflation zurück auf den Zielwert von 2% zu bringen. Williams äußerte sich damit deutlich zu den geldpolitischen Optionen der Fed.

Williams erwartet, dass der Inflationsdruck im Laufe der Zeit nachlassen wird – vorausgesetzt, Energiepreise und Handelszölle haben ihren Höchststand erreicht und die Wirtschaft bleibt stabil. Er sagte, dass „einige der wesentlichen Faktoren, die die Inflation in den letzten anderthalb Jahren in die Höhe getrieben haben", an Bedeutung verlieren werden. Gleichzeitig sollten sich „einige der disinflationären Kräfte, die wir beobachtet haben", wieder durchsetzen.

Seine persönliche Prognose sieht einen Rückgang der Inflation in der zweiten Jahreshälfte dieses Jahres vor, mit einem weiteren Rückgang im kommenden Jahr. Die aktuelle Zinspolitik sei „gut positioniert", um die Inflation zum Zielwert zu führen, betonte Williams.

Inflation hartnäckig über Zielwert

Die Lage bleibt jedoch angespannt: Die Inflation verharrt seit mehr als fünf Jahren über dem Zielwert von 2%. Das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß stieg im Juni im Jahresvergleich um 3,7%. Williams machte deutlich: „Wenn sich die Wirtschaft nicht auf einem Pfad befindet, der die Inflation auf 2% zurückführt, wäre es absolut angemessen zu handeln, um uns auf einen Kurs zu bringen, der die Inflation wieder auf 2% senkt."

In der vergangenen Woche hatte der Offenmarktausschuss der Federal Reserve (FOMC) die Zielspanne für den Leitzins unverändert zwischen 3,50% und 3,75% belassen. Williams erklärte, er habe diese Entscheidung „nachdrücklich unterstützt". Allerdings stimmten drei Fed-Vertreter gegen den Beschluss und forderten eine Zinserhöhung zur Inflationsbekämpfung.

Zu den Gegenstimmen gehörte auch Beth Hammack, Präsidentin der Fed von Cleveland. Sie warnte: „Die Inflation verharrt seit mehr als fünf Jahren hartnäckig über 2%, und ich bin nicht zuversichtlich, dass sie von allein zu unserem Zielwert zurückkehren wird." Damit verdeutlicht sie die wachsende Spaltung innerhalb des Offenmarktausschusses.

Unsicherheit durch Energiepreise und Nahost-Konflikte

Williams betonte, dass er sich in den kommenden Monaten besonders auf die Kerninflationsdaten konzentrieren werde. Ziel sei es festzustellen, ob sich die Teuerung in Richtung 2% bewegt und ob dieses Ziel bis 2028 nachhaltig erreicht werden kann.

Die wirtschaftlichen Aussichten bleiben laut Williams mit erheblicher Unsicherheit behaftet – insbesondere mit Blick auf die Energiepreise angesichts der erneuten Konflikte im Nahen Osten. Er sagte, sobald es eine Lösung gebe und der Schiffsverkehr wieder aufgenommen werde, könne eine rasche Verbesserung eintreten. Die Entwicklungen in der Region gelten damit als ein wesentlicher Risikofaktor für die Inflationsprognose.

An den Finanzmärkten sind die Renditen langfristiger Anleihen gestiegen, da Anleger befürchten, dass der Inflationsdruck hoch bleiben wird. Futures-Händler haben bereits eine gewisse Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bis Jahresende eingepreist. Williams stellte jedoch klar, dass die Fed ihre Geldpolitik nicht auf Basis von Marktniveaus festlegen werde, wenngleich die Zentralbank die Finanzmärkte genau beobachte.

KI-Investitionen: Keine Sorge um Finanzstabilität

Zu den Investitionen in künstliche Intelligenz äußerte sich Williams ebenfalls. Die jüngste Volatilität in diesem Sektor sei nicht überraschend, sagte er. Die Verschuldungsgrade seien jedoch nicht mit jenen vergleichbar, die vor zwei Jahrzehnten zur Finanzkrise beigetragen haben. Williams fügte hinzu: „Die meisten dieser Unternehmen weisen sehr hohe Gewinne aus, daher mache ich mir derzeit weniger Sorgen um die Finanzstabilität aufgrund der Verschuldung."

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