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Fed-Präsident Kashkari erwartet Zinserhöhung noch in diesem Jahr

Minneapolis-Fed-Chef Neel Kashkari revidiert seine Einschätzung – steigende Inflation und Nahost-Unruhen zwingen zum Umdenken.

Fed-Präsident Kashkari erwartet Zinserhöhung noch in diesem Jahr

Neel Kashkari, Präsident der Federal Reserve von Minneapolis, hat seine geldpolitische Haltung überraschend geändert. Er erwartet nun, dass in diesem Jahr eine Zinserhöhung erforderlich sein wird. Diese Aussage fiel nur etwas mehr als eine Woche nach der Entscheidung des Offenmarktausschusses (FOMC), den Leitzins stabil zu halten.

Als Hauptgrund für seinen Sinneswandel nannte Kashkari die anhaltend hohe Inflation, die durch die Unruhen im Nahen Osten und weitere Faktoren zusätzlich angeheizt wird. Er zeigte sich skeptisch, ob der durch Energiepreise verursachte Kostenschub angesichts der anhaltenden Konflikte in der Region bald nachlassen werde. Präsident Donald Trump warf dem Iran am Freitag vor, gegen ein Waffenstillstandsabkommen verstoßen zu haben – ein Umstand, der die Unsicherheit an den Energiemärkten weiter erhöht.

Inflation auf höchstem Stand seit über einem Jahr

Frische Daten des US-Handelsministeriums untermauern Kashkaris Sorgen. Die Gesamtinflationsrate – gemessen am bevorzugten Indikator der Fed, dem PCE-Preisindex – stieg auf 4,1 Prozent, den höchsten Stand seit April 2023. Die Kerninflation, die Lebensmittel- und Energiekosten ausklammert, lag bei 3,4 Prozent und markierte damit den höchsten Wert seit Oktober 2023.

Besonders brisant: Die Inflation liegt damit seit fünf Jahren über dem 2-Prozent-Ziel der US-Notenbank. Für die Fed ist das ein klares Signal, dass die Preisstabilität trotz bisheriger geldpolitischer Maßnahmen noch nicht wiederhergestellt ist. Kashkari ist in diesem Jahr stimmberechtigtes Mitglied des FOMC und hat damit direkten Einfluss auf künftige Zinsentscheidungen.

Geteilte Meinungen im FOMC

Erste Kommentare anderer Fed-Vertreter nach der jüngsten Sitzung zeigen, dass die Meinungen innerhalb des Offenmarktausschusses gespalten sind. John Williams, Präsident der New Yorker Fed, äußerte sich am Donnerstag deutlich optimistischer: Er erwarte eine Abschwächung der Inflation und sehe die derzeitige Geldpolitik gut aufgestellt für die aktuelle wirtschaftliche Dynamik.

Austan Goolsbee, Präsident der Chicagoer Fed, zeigte sich gegenüber CNBC ebenfalls besorgt über die Inflation, lehnte es jedoch ab, über die künftige Zinsentwicklung zu spekulieren. Damit stehen drei gewichtige Fed-Stimmen für drei unterschiedliche Nuancen in der geldpolitischen Debatte – von klarer Erhöhungsbereitschaft bei Kashkari bis hin zu abwartender Haltung bei Goolsbee.

Für deutsche Anleger und Investoren mit Blick auf den US-Markt ist die Entwicklung bedeutsam: Eine mögliche Zinserhöhung der Fed würde den US-Dollar tendenziell stärken und könnte Druck auf Anleihen sowie wachstumsorientierte Aktien ausüben. Die Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Kurs der weltgrößten Notenbank bleibt damit ein zentrales Thema an den globalen Finanzmärkten.

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