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Fed-Mitglied Barkin: Zinserhöhung zur Inflationsbekämpfung noch offen

Richmond-Fed-Chef Tom Barkin lässt weitere Zinserhöhungen offen und sieht Preisdruck möglicherweise von selbst nachlassend.

Fed-Mitglied Barkin: Zinserhöhung zur Inflationsbekämpfung noch offen

Der Präsident der Richmond Federal Reserve, Tom Barkin, hat am Donnerstag in Greenville, South Carolina, Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank signalisiert. Ob die Fed die Zinsen anheben müsse, um die Inflation auf das 2%-Ziel zurückzuführen, sei noch nicht klar, erklärte er in vorbereiteten Bemerkungen vor der Handelskammer von Greenville.

„Das Inflationsrätsel besteht nicht darin, ob die Inflation zu unserem 2%-Ziel zurückkehren wird oder nicht. Der Offenmarktausschuss der Federal Reserve hat klargestellt, dass wir uns dazu verpflichtet haben", sagte Barkin. „Die offene Frage ist, wie sie dorthin gelangt. Wird die Fed die Zinsen anheben müssen oder befindet sich die Inflation bereits auf dem Weg nach unten zum Zielwert?"

Preisdruck könnte von selbst nachlassen

Barkin nannte mehrere Faktoren, die dafür sprechen, dass sich der Inflationsdruck ohne weitere Zinserhöhungen abschwächen könnte. Er habe das Gefühl, dass „ein Großteil des heutigen erhöhten Inflationsniveaus auf Schocks zurückzuführen ist, die vorübergehen sollten". Dazu zählt er höhere Zölle und Ölpreise sowie die stark gestiegene Nachfrage nach Material und Arbeitskräften im Bereich der künstlichen Intelligenz.

Der KI-Boom treibe derzeit Preise und Löhne in die Höhe, so Barkin – ein Effekt, der „irgendwann nachlassen sollte". Wenn dieser Druck abebbt, sei „das aktuelle Zinsniveau nach Ansicht vieler immer noch restriktiv genug, um die Inflation zu senken". Damit deutet Barkin an, dass die bestehenden Zinsen möglicherweise ausreichen könnten, um das Inflationsziel zu erreichen.

Gleichzeitig wies der Fed-Vertreter auf Risiken hin, die eine weitere Zinserhöhung doch noch notwendig machen könnten. Anhaltende Lieferkettenprobleme sowie die Möglichkeit, dass KI-Investitionen länger als erwartet anhalten und die Preise weiter in die Höhe treiben, nannte er als konkrete Gefahren. Besonders besorgniserregend sei zudem, dass die Inflation seit 2021 über dem Zielwert liegt – dies berge das Risiko einer „Aufwärtsverschiebung der Preiserwartungen von Unternehmen und Verbrauchern", was die Inflation weiter anheizen und eine Zinserhöhung erzwingen könnte.

Märkte erwarten stabile Zinsen im September

Barkin äußerte sich nicht konkret dazu, ob er persönlich eine Zinserhöhung für wahrscheinlich hält. Seine Aussagen spiegeln jedoch die Unsicherheit wider, die derzeit innerhalb der Fed herrscht. Nach einem jüngsten schwachen Arbeitsmarktbericht und Inflationsdaten, die weitgehend den Erwartungen entsprachen, rechnen Anleger damit, dass die Fed die Zinsen auf der kommenden Sitzung im September stabil halten wird.

Eine mögliche Zinserhöhung könnte laut Markterwartungen erst im Oktober oder Dezember folgen. Für deutsche Anleger und Investoren mit US-Engagement ist die Entwicklung der Fed-Geldpolitik von besonderer Bedeutung, da sie Wechselkurse, Anleihemärkte und internationale Kapitalflüsse maßgeblich beeinflusst. Die Unsicherheit über den weiteren Zinspfad dürfte die Volatilität an den Märkten in den kommenden Wochen erhöhen.

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