Fed-Kandidat Warsh schwört auf Unabhängigkeit von Trump
Kevin Warsh verspricht beim Bestätigungsanhörung im Senat, Zinsentscheidungen unabhängig von politischem Druck zu treffen.

Kevin Warsh, Trumps Kandidat für den Vorsitz der US-Notenbank Federal Reserve, hat bei seiner Bestätigungsanhörung im Senat ein klares Bekenntnis zur Unabhängigkeit der Zentralbank abgelegt. Der von Präsident Donald Trump nominierte Warsh erklärte am Dienstag vor Senatoren, dass er die institutionelle Unabhängigkeit der Fed gegenüber dem Weißen Haus wahren werde – auch gegenüber einem Präsidenten, der wiederholt seine Vorliebe für eine lockerere Geldpolitik öffentlich geäußert hat.
Warsh ließ dabei keinen Zweifel an seiner Position: „Der Präsident hat mich in keinem unserer Gespräche jemals gebeten, eine Zinsentscheidung vorab festzulegen, mich zu verpflichten, sie zu fixieren oder darüber zu entscheiden, noch würde ich jemals einer solchen Bitte zustimmen", sagte er bei der Anhörung auf dem Kapitol in Washington. Dieses klare Statement gilt als direkte Antwort auf Bedenken, die Senatoren und Marktbeobachter im Vorfeld der Anhörung geäußert hatten.
Kurswechsel bei der Fed angekündigt
Gleichzeitig kündigte Warsh an, einen deutlichen Kurswechsel gegenüber dem jüngsten geldpolitischen Kurs der Notenbank einschlagen zu wollen. Konkrete Details zu seiner geplanten Politik nannte er dabei jedoch nicht. Die Aussage signalisiert dennoch, dass Warsh eine eigene geldpolitische Handschrift entwickeln will, sollte er den Vorsitz der mächtigsten Zentralbank der Welt übernehmen.
Die Federal Reserve spielt eine zentrale Rolle in der globalen Wirtschaft. Als Zentralbank der Vereinigten Staaten legt sie den Leitzins fest, der maßgeblich die Kreditkosten weltweit beeinflusst und damit auch für deutsche Anleger und Unternehmen von großer Bedeutung ist. Entscheidungen der Fed wirken sich direkt auf Wechselkurse, Anleihemärkte und Aktienbewertungen aus.
Unabhängigkeit der Notenbank im Fokus
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Zur AktienanalyseDie Frage der Unabhängigkeit der Federal Reserve ist unter der Trump-Regierung besonders brisant. Trump hatte in der Vergangenheit wiederholt öffentlich Druck auf die Notenbank ausgeübt und niedrigere Zinsen gefordert. Für Warsh ist das Versprechen der Unabhängigkeit daher nicht nur eine formale Pflichtübung, sondern ein politisch bedeutsames Signal an die Finanzmärkte und die internationale Gemeinschaft.
Die Bestätigungsanhörung auf dem Kapitol ist ein notwendiger Schritt im US-amerikanischen Nominierungsverfahren. Der Senat muss Trumps Kandidaten für den Fed-Vorsitz bestätigen, bevor dieser sein Amt antreten kann. Warsh muss dabei das Vertrauen einer ausreichenden Mehrheit der Senatoren gewinnen – eine Aufgabe, bei der sein Bekenntnis zur Unabhängigkeit eine Schlüsselrolle spielen dürfte.


