Fed hält Stresstests verschärft: Banken müssen Kapitalpuffer bis 2027 vorhalten
US-Notenbank simuliert schwere Rezession mit 10 Prozent Arbeitslosigkeit für 32 Großbanken

Die US-Notenbank Federal Reserve hat die finalen Szenarien für ihre jährlichen Stresstests veröffentlicht. 32 amerikanische Großbanken müssen nachweisen, dass sie selbst in einer schweren Rezession ausreichend Kapital vorhalten können. Die Fed kündigte zudem an, die bestehenden Anforderungen an den Stress-Kapitalpuffer bis 2027 unverändert beizubehalten.
Die Entscheidung, die Kapitalpuffer-Anforderungen nicht anzupassen, gibt der Zentralbank mehr Zeit, den Prüfprozess zu überarbeiten. "Das Warten mit der Berechnung neuer Anforderungen an den Stress-Kapitalpuffer, bis wir öffentliches Feedback erhalten haben, gibt uns die Gelegenheit, etwaige Mängel in unseren Aufsichtsmodellen zu beheben", erklärte Michelle W. Bowman, Vizevorsitzende für Aufsicht bei der Fed.
Die finalen Testszenarien entsprechen weitgehend den im Oktober 2024 vorgestellten Entwürfen. Sie bleiben damit unverändert und bieten den betroffenen Instituten Planungssicherheit für die kommenden Monate.
Drastisches Rezessionsszenario mit 10 Prozent Arbeitslosigkeit
Der Stresstest 2026 simuliert eine schwere globale Rezession mit dramatischen Auswirkungen auf die US-Wirtschaft. Die Arbeitslosenquote würde in diesem Szenario um 5,5 Prozentpunkte auf 10 Prozent ansteigen. Zum Vergleich: Aktuell liegt die US-Arbeitslosenquote bei rund 4 Prozent.
Das hypothetische Krisenszenario umfasst zudem erhebliche Verwerfungen an den Finanzmärkten. Die Fed geht von massiver Marktvolatilität, sich ausweitenden Spreads bei Unternehmensanleihen und signifikanten Rückgängen der Vermögenspreise aus. Besonders hart würde der Immobilienmarkt getroffen: Die Hauspreise würden um 30 Prozent einbrechen, Gewerbeimmobilien sogar um 39 Prozent.
Verschärfte Tests für Handelsbanken
Banken mit umfangreichen Handelsaktivitäten müssen sich zusätzlichen Prüfungen unterziehen. Acht Institute – darunter die US-Schwergewichte JPMorgan Chase, Bank of America und Citigroup – werden sowohl einer globalen Marktschock-Komponente als auch einem Ausfallszenario für Gegenparteien ausgesetzt.
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Zur AktienanalyseDiese verschärften Tests sollen sicherstellen, dass gerade die systemrelevanten Banken auch in extremen Stresssituationen handlungsfähig bleiben. Die Fed betont allerdings ausdrücklich, dass es sich um hypothetische Szenarien handelt, nicht um Prognosen oder Vorhersagen für die tatsächliche wirtschaftliche Entwicklung.
Das Hauptziel der Stresstests besteht darin, die Widerstandsfähigkeit des Bankensystems zu gewährleisten. Selbst während schwerer Wirtschaftsabschwünge sollen Großbanken in der Lage sein, weiterhin Kredite an Haushalte und Unternehmen zu vergeben und damit die Realwirtschaft zu stützen.


