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Fed-Gouverneurin Cook offen für Zinserhöhungen bei anhaltender Inflation

Lisa Cook signalisiert Bereitschaft zu geldpolitischer Straffung, falls der Inflationsdruck in den USA nicht nachlässt.

6. August 2026 2 Min
Fed-Gouverneurin Cook offen für Zinserhöhungen bei anhaltender Inflation

Fed-Gouverneurin Lisa Cook hat sich am Mittwoch klar positioniert: Falls die Inflation in den USA nicht zurückgeht, ist sie bereit, für Zinserhöhungen zu stimmen. „Ich bin bereit, falls erforderlich, durch Zinserhöhungen zu handeln", erklärte Cook laut ihrem Redemanuskript beim „2026 Economic Luncheon" der Anchorage Economic Development Corporation in Anchorage, Alaska. Die Botschaft ist eindeutig – die Geduld der Notenbank hat Grenzen.

Cook betonte, dass die Risiken auf der Inflationsseite des Fed-Mandats derzeit höher seien als die Risiken für das Arbeitsmarktziel. Dies ist eine bemerkenswerte Einschätzung, da die US-Notenbank ein doppeltes Mandat verfolgt: Preisstabilität und maximale Beschäftigung. Wenn ein Fed-Mitglied die Inflationsrisiken höher gewichtet, signalisiert das eine klare Bereitschaft zur geldpolitischen Straffung.

Spielraum der Fed schwindet

Cook warnte ausdrücklich davor, dass der Handlungsspielraum der Notenbank kleiner werde, je länger die Inflation über dem Zielwert von 2 Prozent verbleibe. „Die Inflation könnte sich im Preis- und Lohnsetzungsverhalten verfestigen, was zu einer Persistenz führen würde, die für uns viel schwieriger zu bekämpfen wäre", sagte Cook. Eine solche Verfestigung – in der Fachsprache auch „Inflationspersistenz" genannt – gilt als besonders gefährlich, weil sie Erwartungen von Unternehmen und Verbrauchern dauerhaft verändert.

Deutlich wurde Cook auch beim Thema Zeitdruck: „Während wir es uns in einem anderen Umfeld vielleicht leisten könnten, länger abzuwarten, haben wir diesen Luxus in der aktuellen Situation nicht." Dennoch hielt sie es bei der jüngsten FOMC-Sitzung für angemessen, die Zinsen zunächst unverändert zu lassen, um die weitere Entwicklung der Inflationstrends zu beobachten.

Zuletzt hatte das Federal Open Market Committee (FOMC) die Zielspanne für den Leitzins – die sogenannte Federal Funds Rate – bei 3,5 bis 3,75 Prozent belassen. Die Entscheidung war jedoch nicht einstimmig: Drei Mitglieder votierten für eine sofortige Zinserhöhung, da sie den aktuellen Preisdruck als zu hoch einstuften.

Breite Diskussion innerhalb der Fed

Cook ist nicht die einzige Notenbankerin, die Zinserhöhungen ins Spiel bringt. In den vergangenen Tagen äußerten sich auch der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, sowie die Chefin der Philadelphia Fed, Anna Paulson, offen für mögliche Zinserhöhungen. Fed-Chef Kevin Warsh hingegen hält sich bedeckt: Er hat sich bislang geweigert, konkrete Hinweise zur künftigen Zinspolitik zu geben.

Als mögliche Inflationstreiber nannte Cook unter anderem Zölle, den Krieg im Nahen Osten sowie Investitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Sie räumte ein, dass diese Faktoren auch nachlassen könnten – was den allgemeinen Preisdruck dämpfen würde. Dennoch ließ sie keinen Zweifel an ihrer Entschlossenheit: „Ich bin fest entschlossen, die Preisstabilität wiederherzustellen."

Abschließend sprach Cook auch über die Stimmung der US-Verbraucher, die sie als schlecht bezeichnete und unter anderem mit der anhaltenden Inflation in Verbindung brachte. Zum Thema Künstliche Intelligenz und Arbeitsmarkt merkte sie an, dass sich „die düstersten Prognosen über Arbeitsplatzverluste durch KI bisher nicht bewahrheitet haben", auch wenn Risiken weiterhin bestünden.

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