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Fed-Gouverneurin Cook bereit zu Zinserhöhung bei anhaltender Inflation

Lisa Cook signalisiert Handlungsbereitschaft, warnt vor Überbewertung einzelner Datenpunkte und nennt mehrere Unsicherheitsfaktoren.

Fed-Gouverneurin Cook bereit zu Zinserhöhung bei anhaltender Inflation

Fed-Gouverneurin Lisa Cook hat am Mittwoch unmissverständlich klargemacht, dass sie eine Zinserhöhung unterstützen würde, sollten sich die Inflationsdaten nicht verbessern. Damit sendet ein Mitglied des mächtigen Offenmarktausschusses der US-Notenbank ein deutliches Signal an die Märkte: Die Geldpolitik könnte restriktiver werden, wenn der Preisdruck nicht nachlässt.

Cook räumte zwar ein, dass die Juni-Inflationsdaten eine gewisse Abschwächung zeigten. Diese sei jedoch vor allem auf einen starken Rückgang der Energiepreise zurückzuführen – ein Faktor, der als wenig nachhaltig gilt. Die Gouverneurin warnte daher ausdrücklich davor, einen einzelnen Datenpunkt überzubewerten.

Leitzins bleibt vorerst in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent

In der vergangenen Woche stimmte der Offenmarktausschuss mit 9 zu 3 Stimmen dafür, den Leitzins unverändert in einer Spanne zwischen 3,5 und 3,75 Prozent zu belassen. Cook gehörte der Mehrheitsfraktion an, die für eine Pause votierte. Ihre Begründung: Sie wolle zunächst beobachten, wie sich verschiedene Unsicherheitsfaktoren auf die Preisentwicklung auswirken.

Als konkrete Einflussfaktoren nannte Cook das möglicherweise nachlassende Gewicht von Zöllen, einen Energieversorgungsschock infolge des Iran-Krieges sowie den Preisdruck durch den Ausbau der Künstlichen Intelligenz. Diese drei Variablen machen eine verlässliche Inflationsprognose derzeit besonders schwierig – und erhöhen gleichzeitig den Druck auf die Notenbank, wachsam zu bleiben.

„Diesen Luxus haben wir nicht"

Besonders deutlich wurde Cook mit einem prägnanten Satz: „Diesen Luxus haben wir in der aktuellen Situation nicht." Damit spielte sie darauf an, dass die Fed in einem anderen wirtschaftlichen Umfeld möglicherweise länger abwarten könnte, bevor sie handelt. Angesichts einer Inflation, die weiterhin deutlich über dem 2-Prozent-Ziel der Notenbank liegt, sei diese Option jedoch nicht gegeben.

Das 2-Prozent-Inflationsziel ist seit Jahren der Anker der Fed-Geldpolitik. Liegt die Teuerungsrate dauerhaft darüber, riskiert die Notenbank einen Vertrauensverlust in ihre Fähigkeit, Preisstabilität zu gewährleisten. Für deutsche Anleger ist diese Entwicklung besonders relevant, da die US-Geldpolitik maßgeblichen Einfluss auf globale Kapitalmärkte, Wechselkurse und damit auch auf europäische Investments hat.

Die Aussagen von Cook unterstreichen, dass innerhalb der Fed trotz der jüngsten Zinspause keine Entwarnung gegeben wird. Anleger sollten die kommenden Inflationsdaten aus den USA daher genau im Blick behalten – sie könnten darüber entscheiden, ob die nächste Bewegung des Leitzinses nach oben oder nach unten geht.

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