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Fed dämpft Zinssenkungs-Erwartungen

Wie die US-Währungshüter die Märkte beruhigen und die Geldpolitik in Richtung Normalisierung lenken

Fed dämpft Zinssenkungs-Erwartungen

US-Währungshüter bemühen sich derzeit darum, die aufkommende Spekulation über eine rasche Zinswende einzufangen. Dies wurde von verschiedenen Mitgliedern der Federal Reserve (Fed) betont, die darauf hinwiesen, dass die Märkte möglicherweise zu früh von bevorstehenden Zinssenkungen ausgehen. Loretta Mester, die Präsidentin des Fed-Bezirks Cleveland, äußerte sich diesbezüglich gegenüber der "Financial Times". Sie betonte, dass die Erwartungen an eine geldpolitische Lockerung im kommenden Jahr nicht zu hoch geschraubt werden sollten, da eine schnelle Normalisierung der Zinspolitik nicht unmittelbar bevorstehe.

Die gegenwärtige Diskussion unter den Währungshütern dreht sich weniger darum, wann Zinssenkungen erfolgen sollen, sondern vielmehr darum, wie lange die Geldpolitik restriktiv bleiben sollte. Raphael Bostic aus Atlanta, ein Kollege von Mester, sprach davon, dass die Fed möglicherweise "irgendwann im dritten Quartal" 2024 mit der Senkung der Leitzinsen beginnen könnte.

Die Erwartungen der Anleger angesichts einer möglichen baldigen Zinssenkung haben in den letzten Tagen an den Börsen für Aufregung gesorgt und den Dow-Jones-Index der Standardwerte auf neue Rekordhöhen getrieben. Die Aussicht auf eine lockere Geldpolitik im kommenden Jahr hat den Index auf bis zu 37.385 Punkte gehoben.

Die US-Zentralbank hat bereits auf ihrer letzten Sitzung im laufenden Jahr angekündigt, dass Zinssenkungen im Jahr 2024 auf dem Tisch liegen. Durchschnittlich gehen die Währungshüter von einer Senkung des Leitzinses um 0,75 Prozentpunkte im nächsten Jahr aus.

Allerdings hat Austan Goolsbee, der Präsident des Notenbankbezirks Chicago, darauf hingewiesen, dass die Anleger möglicherweise falsche Vorstellungen darüber haben, wie die Entscheidungen des Fed-Führungsgremiums getroffen werden. Er betonte, dass bestimmte geldpolitische Maßnahmen nicht spekulativ für die Zukunft diskutiert werden.

Trotzdem wird die Frage nach einer möglichen Lockerung der Geldpolitik für die Fed immer relevanter. Fed-Chef Jerome Powell äußerte sich nach der jüngsten Zinssitzung vor der Presse und sagte, dass diese Frage in naher Zukunft auf die Tagesordnung rücken werde. Die Zentralbank beließ den geldpolitischen Schlüsselsatz jedoch auf der dritten Sitzung in Folge in der Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent.

Die Experten von BofA Global Research gehen davon aus, dass die Fed im März 2024 mit insgesamt vier Zinssenkungen um jeweils einen Viertelprozentpunkt beginnen wird. Diese Einschätzung wurde kürzlich von drei auf vier Schritte erhöht, wobei weitere Senkungen im Juni, September und Dezember erwartet werden. Die genaue Entwicklung der Geldpolitik bleibt jedoch weiterhin von Unsicherheit geprägt, und die Fed wird die wirtschaftliche Lage sorgfältig beobachten, bevor sie konkrete Schritte unternimmt.

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