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Fed-Chef Warsh: Inflationsrisiken gesunken, Zinserhöhung offen

Kevin Warsh sieht verbesserte Inflationsaussichten, hält sich aber zu einer möglichen Zinserhöhung der Fed bewusst bedeckt.

Fed-Chef Warsh: Inflationsrisiken gesunken, Zinserhöhung offen

Fed-Vorsitzender Kevin Warsh hat auf einer internationalen Konferenz in Portugal erklärt, dass die Inflationsrisiken in den USA seit seinem Amtsantritt zurückgegangen seien. Gleichzeitig lehnte er es ab, sich konkret zu einer möglichen Zinserhöhung bei der bevorstehenden Fed-Sitzung zu äußern. Seine Aussagen sorgen an den Märkten für Aufmerksamkeit.

„Die Erwartungen für die künftige Inflation [in den letzten vier Wochen] sind gesunken. Die Inflationsrisiken sind zurückgegangen", sagte Warsh vor internationalen Amtskollegen. Er wertete dies als Beleg dafür, dass die Märkte seine harte Linie in der Geldpolitik bereits verinnerlicht hätten. Für Warsh ist das ein frühes Zeichen, dass seine Kommunikation Wirkung zeigt.

Klares Signal zur Preisstabilität

Warsh ließ keinen Zweifel daran, wohin die Reise gehen soll: Wer erwarte, dass die Fed eine Inflationsrate oberhalb ihres Zielwerts von 2 Prozent toleriere, werde „enttäuscht werden". Damit sendet der neue Fed-Chef ein unmissverständliches Signal an die Märkte. Das Inflationsziel von 2 Prozent bleibt für die US-Notenbank die zentrale Leitlinie der Geldpolitik.

Auf die konkrete Frage nach den geldpolitischen Instrumenten, mit denen er sein Versprechen zur Wiederherstellung der Preisstabilität einlösen wolle, wich Warsh jedoch aus. Insbesondere zur Frage, ob eine Zinserhöhung bei der anstehenden Fed-Sitzung im weiteren Monatsverlauf in Betracht gezogen werde, äußerte er sich nicht direkt. Er sagte lediglich, er wünsche sich einen „guten Familienstreit" unter den Kollegen, bevor eine Entscheidung getroffen werde.

Zurückhaltung auch beim Thema Künstliche Intelligenz

Auch auf die Frage, ob der aktuelle Boom der künstlichen Intelligenz einen breiteren Inflationsdruck auslösen könnte, gab Warsh keine klare Antwort. „Ich werde dazu zum jetzigen Zeitpunkt kein Urteil abgeben", sagte er. Damit hält sich der Fed-Chef in einem für die Geldpolitik zunehmend relevanten Themenfeld bewusst bedeckt.

Für deutsche Anleger und Beobachter der internationalen Geldpolitik sind Warschs Aussagen von besonderer Bedeutung. Die Zinsentscheidungen der US-Notenbank Federal Reserve beeinflussen maßgeblich die globalen Kapitalmärkte – von Anleiherenditen über Wechselkurse bis hin zu Aktienbewertungen. Eine mögliche Zinserhöhung der Fed würde auch den Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) erhöhen, ihre eigene Geldpolitik zu überdenken.

Warsh befindet sich erst seit wenigen Wochen im Amt und nutzt seinen ersten großen internationalen Auftritt, um Glaubwürdigkeit in der Inflationsbekämpfung zu demonstrieren. Sein Verweis auf den internen Diskussionsprozess – den „Familienstreit" – deutet darauf hin, dass innerhalb des Fed-Offenmarktausschusses (FOMC) noch keine abschließende Einigkeit über den nächsten Zinsschritt besteht. Die Märkte werden die kommenden Wochen bis zur Fed-Sitzung genau beobachten.

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