Fed Beige Book: US-Wirtschaft wächst, Inflation könnte nachlassen
Die US-Notenbank meldet leichtes Wirtschaftswachstum und sinkenden Preisdruck – kurz vor der nächsten Zinssitzung unter Fed-Chef Kevin Warsh.

Die US-Wirtschaft hat in den vergangenen Wochen leicht zugelegt. Beschäftigung stieg, und sowohl Unternehmen als auch Haushalte berichteten von einer möglichen Abschwächung der Inflation. Das geht aus dem neuesten „Beige Book"-Bericht der Federal Reserve hervor, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.
Das Beige Book fasst qualitative Wirtschaftsdaten aller 12 regionalen Fed-Banken zusammen. Es liefert den geldpolitischen Entscheidungsträgern ein Echtzeit-Bild der aktuellen wirtschaftlichen Lage in den USA und gilt als wichtige Grundlage für Zinsentscheidungen.
„Die Kontakte erwarteten im Allgemeinen, dass die Wirtschaft in den kommenden Monaten weiter expandieren wird, doch mehrere Distrikte wiesen auf eine erhöhte Unsicherheit im Ausblick für die Treibstoffkosten hin", schrieb die Fed in ihrem Bericht. Der Bericht erscheint rund zwei Wochen vor der nächsten Zinssitzung, die Fed-Chef Kevin Warsh leiten wird.
Preiswachstum verlangsamt sich in allen Distrikten
Beim Thema Inflation liefert das Beige Book gemischte, aber tendenziell positive Signale. „Im Vergleich zum letzten Berichtszeitraum war das Preiswachstum in allen Distrikten gleichbleibend oder langsamer", heißt es im Bericht. In einigen Regionen erwarten Kontakte, dass die Inflation ihr aktuelles Tempo beibehält, in anderen wird eine weitere Verlangsamung prognostiziert – teilweise bedingt durch sinkende Treibstoffpreise.
Ein wichtiger Faktor für den zuletzt gesunkenen Preisdruck war ein vorläufiges Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran, das die Ölpreise im vergangenen Monat drückte. Aktuelle Daten bestätigen diese Abkühlung. Allerdings haben erneute Feindseligkeiten in diesem Monat die Ölpreise wieder nach oben getrieben und die Inflationssorgen neu entfacht.
Die erhöhte Inflation der vergangenen Monate führen Fed-Vertreter auf mehrere Faktoren zurück: Zollerhöhungen des letzten Jahres, höhere Ölpreise infolge des Krieges im Nahen Osten sowie KI-gesteuerte Investitionen. Diese Gemengelage hatte dazu geführt, dass etwa die Hälfte der Fed-Entscheidungsträger auf der Sitzung vom 16. bis 17. Juni mindestens eine Zinserhöhung bis Ende 2026 prognostizierte.
Warsh hält sich bei Zinsausblick bedeckt
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Zur AktienanalyseFed-Chef Kevin Warsh bekräftigte bei Auftritten vor dem US-Kongress am Dienstag und Mittwoch sein Versprechen, die Preisstabilität wiederherzustellen. Er betonte, dass der Zentralbank die nötigen Instrumente dafür zur Verfügung stehen. Ob konkret Zinserhöhungen notwendig sein werden, ließ Warsh jedoch offen.
Warsh hält an seiner langjährigen Überzeugung fest, dass eine sogenannte „Forward Guidance" – also klare Vorabaussagen zum künftigen Zinspfad – mehr schadet als nützt. Für Anleger und Märkte bedeutet das: Die Richtung der US-Geldpolitik bleibt vorerst offen, und die kommende Zinssitzung in zwei Wochen wird mit besonderer Spannung erwartet.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung der US-Geldpolitik von großer Bedeutung, da sie Wechselkurse, globale Kapitalströme und die Stimmung an den internationalen Aktienmärkten maßgeblich beeinflusst. Ein stabiles oder sinkendes US-Zinsniveau würde tendenziell den Dollar schwächen und Druck von der Europäischen Zentralbank nehmen.


