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Fed-Aufsicht warnt vor ausländischen Angriffen auf Wirtschaftsdaten

Die interne Aufsichtsbehörde der US-Notenbank sieht erhebliche Schutzlücken bei sensiblen Wirtschaftsinformationen gegenüber ausländischen Gegnern.

Fed-Aufsicht warnt vor ausländischen Angriffen auf Wirtschaftsdaten

Die US-Notenbank Federal Reserve schützt ihre sensiblen Wirtschaftsdaten nicht ausreichend vor ausländischen Bedrohungen. Das geht aus einem Bericht des Office of Inspector General hervor, der internen Aufsichtsbehörde der Fed, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Demnach identifizieren die Risikomanagementsysteme der Zentralbank Bedrohungen für proprietäre Daten und Informationen nicht in ausreichendem Maße.

Konkret bemängelt die Aufsichtsbehörde, dass der Fed Verfahren zur Identifizierung kritischer Vermögenswerte und zur Erkennung von Insider-Risiken fehlen. Darüber hinaus verfüge die Notenbank weder über angemessene Schulungen für ihre Mitarbeiter noch über etablierte Prozesse für den sicheren Informationsaustausch. Diese Lücken stellen nach Einschätzung der Behörde ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.

Der Generalinspekteur betonte, dass die geschützten Wirtschaftsinformationen des Board of Governors auf erhebliches Interesse ausländischer Gegner stoßen. Diese zielten darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit der USA zu untergraben und die nationale Sicherheit zu schwächen. Wirtschaftsdaten der Fed – etwa zu Zinsentscheidungen oder geldpolitischen Strategien – sind für staatliche und private Akteure weltweit von enormem Wert.

Insider-Risiken im Fokus

Besonders brisant: Die Risiken könnten auch aus dem Inneren der Organisation entstehen. Laut Bericht könnten Mitarbeiter sensible Informationen wissentlich oder unwissentlich an ausländische Akteure weitergeben. Dieses sogenannte Insider-Risiko gilt in Sicherheitskreisen als eine der schwierigsten Bedrohungsformen, da es schwer zu erkennen und zu verhindern ist.

Um die Schwachstellen zu beheben, sprach die Aufsichtsbehörde neun konkrete Empfehlungen aus. Diese umfassen unter anderem Methoden zur Definition der kritischen Informationsbestände des Board of Governors sowie zur systematischen Risikobewertung. Die Fed ist nun aufgefordert, diese Empfehlungen umzusetzen und ihre internen Sicherheitsstrukturen grundlegend zu überarbeiten.

Verurteilung eines Ex-Fed-Beraters als Hintergrund

Der Bericht erschien einen Tag nach einem aufsehenerregenden Urteil: Der ehemalige leitende Fed-Berater John Harold Rogers wurde am Mittwoch zu mehr als drei Jahren Gefängnis verurteilt. Der 64-Jährige war am 3. Februar wegen Falschaussagen gegenüber Ermittlern schuldig gesprochen worden. Konkret hatte er gegenüber den Behörden falsche Angaben zur Weitergabe von Informationen zur Geldpolitik gemacht.

Vom schwereren Vorwurf der Verschwörung zur Wirtschaftsspionage wurde Rogers hingegen freigesprochen. Der Fall verdeutlicht dennoch, wie real die Bedrohung durch den Abfluss sensibler geldpolitischer Informationen ist – und wie dringend die vom Inspector General geforderten Reformen sind. Für Anleger und Marktteilnehmer weltweit sind die Entscheidungen der Fed von zentraler Bedeutung, was das Interesse ausländischer Akteure an diesen Daten nachvollziehbar macht.

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