FDIC-Stablecoin-Regeln könnten US-Einlagensicherungsfonds gefährden
Beobachtungsgruppen warnen: Der FDIC-Vorschlag zu Stablecoin-Reserven schafft konzentrierte Risiken für den Einlagensicherungsfonds.

Die US-Einlagensicherungsbehörde FDIC steht unter Beschuss. Ihr Vorschlag zur Regulierung von Stablecoins könnte den Einlagensicherungsfonds (Deposit Insurance Fund, DIF) erheblichen Risiken durch Bank-Runs aussetzen. Das geht aus Warnungen von Beobachtungsgruppen der Bankenbranche hervor.
Konkret sieht der FDIC-Vorschlag vor, dass Emittenten von zugelassenen Zahlungs-Stablecoins bis zu 40 Prozent ihrer Reservevermögen bei einer einzigen versicherten Bank halten dürfen. Die Finanzregulierungs-Interessengruppe Better Markets kritisierte diesen Ansatz in einem am Dienstag eingereichten Schreiben scharf: Die Regelung schaffe eine neue konzentrierte Verbindlichkeit für den DIF, die die Behörde weder quantifiziert noch offengelegt habe.
Die FDIC hatte ihren Vorschlag im April veröffentlicht. Darin legte die Behörde Kapital-, Liquiditäts- und andere Standards für Zahlungs-Stablecoins fest. Gleichzeitig stellte die FDIC klar, dass Reservevermögen, die digitale Währungen absichern, nicht für die Deckung durch den Einlagensicherungsfonds infrage kommen. Inhaber von Zahlungs-Stablecoins würden demnach keinen sogenannten Pass-through-Schutz erhalten, falls es zu einem Bank-Run und einem anschließenden Zusammenbruch der Bank kommt.
Warnendes Beispiel: Der SVB-Kollaps von 2023
Better Markets zog in seinem Schreiben einen direkten Vergleich zum Zusammenbruch der Silicon Valley Bank (SVB) im März 2023. Die Circle Internet Group Inc., Emittentin des bekannten USDC-Stablecoins, hielt zum Zeitpunkt des SVB-Kollapses Einlagen in Höhe von rund 3,3 Milliarden US-Dollar bei der Bank. Nahezu alle diese Einlagen überschritten die FDIC-Garantiegrenze von 250.000 US-Dollar.
Die damalige Biden-Regierung griff in der Krise ein und wandte eine Ausnahme für systemische Risiken auf die SVB sowie die ebenfalls kollabierte Signature Bank an. Dadurch wurden alle unversicherten Konten – einschließlich der Einlagen von Circle – vollständig garantiert. Diese außerordentliche Maßnahme kostete den Einlagensicherungsfonds laut Better Markets 16,7 Milliarden US-Dollar.
GENIUS Act treibt Stablecoin-Wachstum voran
Better Markets warnte zudem, dass die Emission von Zahlungs-Stablecoins infolge des GENIUS Act von 2025 voraussichtlich stark zunehmen wird. Dieses US-Gesetz verpflichtete die FDIC überhaupt erst zur Ausarbeitung ihres aktuellen Vorschlags. Das erwartete Wachstum des Stablecoin-Marktes könnte Konzentrationsrisiken schaffen, die jene des SVB-Zusammenbruchs noch übersteigen.
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Zur AktienanalyseDie Interessengruppe warnte in ihrem Schreiben vor einem besonders gravierenden Szenario: Falls die FDIC erneut die Ausnahme für systemische Risiken in Anspruch nimmt, um unversicherte Reserve-Einleger beim Scheitern eines großen Stablecoin-Emittenten zu schützen, könnte die daraus resultierende Belastung für den DIF jeden bisher vom Fonds aufgefangenen Betrag übersteigen.
Die Debatte verdeutlicht die wachsenden Spannungen zwischen der rasanten Expansion des Kryptomarktes und der Stabilität des traditionellen Bankensystems. Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung relevant, da US-Regulierungsentscheidungen zu Stablecoins globale Auswirkungen auf Kryptomärkte und das internationale Finanzsystem haben können.


