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FDA prüft Sicherheit von Maissirup und raffinierten Kohlenhydraten

US-Gesundheitsminister Kennedy fordert Neubewertung von Dutzenden Süßungsmitteln und Stärken.

FDA prüft Sicherheit von Maissirup und raffinierten Kohlenhydraten

Die US-Arzneimittelbehörde FDA wird den Sicherheitsstatus von Dutzenden verarbeiteten Kohlenhydraten überprüfen. US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. kündigte an, dass die Behörde eine Petition des ehemaligen FDA-Leiters David Kessler aufgreifen wird. Kessler hatte im August 2024 gefordert, Maissirup und zahlreiche andere Süßungsmittel sowie Stärken von der GRAS-Liste zu streichen.

Die GRAS-Klassifizierung steht für "Generally Recognized as Safe" und wurde 1958 vom US-Kongress verabschiedet. Sie ermöglicht es Lebensmittelherstellern, die Sicherheit von Inhaltsstoffen ohne vollständige staatliche Prüfung selbst zu bestätigen. "Es gibt für keinen Amerikaner eine Möglichkeit zu wissen, ob ein Produkt sicher ist, wenn es hochgradig verarbeitet ist", erklärte Kennedy in der CBS-Sendung "60 Minutes".

Kennedy will dieses regulatorische Schlupfloch schließen, sofern er die Zustimmung des Weißen Hauses erhält. Die Lebensmittelhersteller sollen künftig nachweisen müssen, dass ihre Produkte sicher sind und nicht zu Gesundheitsproblemen oder Fettleibigkeit beitragen. "Die Fragen, die er stellt, sind Fragen, welche die FDA schon vor langer, langer Zeit hätte stellen müssen", sagte Kennedy über Kesslers Petition.

Industrie signalisiert Kooperationsbereitschaft

Die Consumer Brands Association, ein wichtiger Branchenverband, reagierte mit einer differenzierten Stellungnahme. Die Unternehmen hielten sich bereits an die "wissenschafts- und risikobasierte Bewertung von Inhaltsstoffen durch die FDA", betonte der Verband. Man sei bereit, mit dem Gesundheitsministerium und der FDA zusammenzuarbeiten, um die Analyse sicherer Inhaltsstoffe zu gewährleisten und die Transparenz für Verbraucher zu erhöhen.

Das GRAS-Verfahren spiele eine wichtige Rolle dabei, Unternehmen Innovationen zu ermöglichen und die Verbrauchernachfrage zu bedienen, argumentiert die Industrie. Eine vollständige Überarbeitung könnte daher erhebliche Auswirkungen auf die Produktentwicklung und Markteinführung neuer Lebensmittel haben.

Parallelen zur Tabak-Regulierung

David Kessler, der von 1990 bis 1997 die FDA leitete, zieht bewusst Parallelen zu seiner damaligen Kampagne gegen die Tabakindustrie. "Wir haben die Sichtweise dieses Landes auf Tabak verändert", sagte der Kinderarzt bei CBS. "Wir müssen die Sichtweise dieses Landes auf diese hochgradig verarbeiteten Lebensmittel ändern."

Sein Versuch, Tabak unter die Aufsicht der FDA zu stellen, scheiterte zwar letztlich, trug aber maßgeblich dazu bei, die Tabakindustrie stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Nun möchte Kessler denselben Ansatz bei großen Lebensmittelkonzernen verfolgen.

Kennedys Kampagne gegen verarbeitete Lebensmittel und künstliche Farbstoffe gehört zu seinen profiliertesten Vorhaben im Amt. Die Trump-Administration veröffentlichte im Januar neue Ernährungsrichtlinien, die mehr Protein und weniger Zucker empfehlen. Gleichzeitig raten die Richtlinien, hochgradig verarbeitete Lebensmittel zu meiden.

Trotz seiner deutlichen Kritik verzichtete Kennedy darauf, weitere staatliche Regulierungen zu fordern. "Ich sage nicht, dass wir hochgradig verarbeitete Lebensmittel regulieren werden", stellte er klar. "Unsere Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass jeder versteht, was er bekommt, um eine informierte Öffentlichkeit zu haben."

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