Fauler-Kredite-Anstieg setzt deutsche Banken unter Druck
Insolvenzen und Immobilienkrise treiben Risiken in den Bilanzen nach oben

Deutschlands Banken verzeichnen den höchsten Anstieg fauler Kredite in ganz Europa. Laut einer Analyse des Beratungsunternehmens BearingPoint stieg der Bestand sogenannter notleidender Kredite (Non-performing Loans, NPL) im Jahr 2024 um 24,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Keine andere Volkswirtschaft im europäischen Vergleich verzeichnete ein ähnlich starkes Wachstum in diesem Risikosegment. Im Durchschnitt aller untersuchten Banken in Europa lag der Zuwachs hingegen lediglich bei 1,1 Prozent.
Ursächlich für den massiven Anstieg in Deutschland ist vor allem die wachsende Zahl an Unternehmensinsolvenzen. Im Jahr 2024 meldeten 21.812 Firmen hierzulande Insolvenz an – so viele wie seit 2015 nicht mehr. Der starke Anstieg war von Experten erwartet worden, da zahlreiche Unternehmen nach dem Ende der pandemiebedingten staatlichen Hilfen wirtschaftlich nicht überlebensfähig blieben. Zudem lasten hohe Energiepreise, eine wachsende Bürokratielast sowie politische Unsicherheiten zusätzlich auf der deutschen Wirtschaft.
Ein weiterer zentraler Risikofaktor ist die Situation am Markt für Gewerbeimmobilien. Der Trend zum Homeoffice hat vielerorts die Nachfrage nach Büroflächen deutlich reduziert. Zugleich stehen in Innenstädten immer mehr Ladenlokale leer, da der Onlinehandel dem stationären Einzelhandel weiter Marktanteile entzieht. Die Folge sind massive Wertverluste bei gewerblich genutzten Immobilien und steigende Kreditausfälle in diesem Sektor, was sich direkt auf die Bilanzen der finanzierenden Banken auswirkt.
Ein Kredit gilt dann als ausfallgefährdet, wenn es als unwahrscheinlich gilt, dass der Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen vollständig nachkommen wird. Für die Institute bedeutet das nicht nur drohende Verluste, sondern potenziell auch eine Zurückhaltung bei der Vergabe neuer Kredite – mit entsprechenden Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung.
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Zur AktienanalyseTrotz dieser Belastungen bewerten die Analysten von BearingPoint den europäischen Bankensektor insgesamt als widerstandsfähig. Vielen Geldhäusern sei es gelungen, ihre Nettogewinne trotz eines schwierigen Umfelds stabil zu halten oder sogar zu steigern. Auch die durchschnittliche Gesamtkapitalquote konnte im Jahr 2024 weiter zulegen und erreichte im dritten Jahr in Folge einen Wert von 23,5 Prozent.


