Familienunternehmen in Deutschland: Generationenwechsel als Herausforderung
Langlebigkeit, Nachfolgeprobleme und die Forderung nach besseren Rahmenbedingungen für die Zukunft dieser Unternehmen

Eine aktuelle Umfrage des ifo-Instituts und der Stiftung Familienunternehmen wirft einen Blick auf die bevorstehenden Generationenwechsel in deutschen Familienunternehmen. Die Ergebnisse zeigen, dass fast die Hälfte dieser Unternehmen in den nächsten drei Jahren eine Unternehmens- oder Anteilsübertragung plant. Dies stellt eine bedeutende Herausforderung für viele Firmen dar.
Besonders größere Unternehmen mit über 250 Mitarbeitern haben den Generationenwechsel auf ihrer Agenda, wobei beeindruckende 50 Prozent von ihnen innerhalb der nächsten drei Jahre einen Übergang planen. Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit, sich intensiv mit der Nachfolgeplanung auseinanderzusetzen, um die Kontinuität und Stabilität der Familienunternehmen zu gewährleisten.
Ein alarmierender Faktor ist jedoch, dass immer weniger Unternehmen in der Lage sind, die Nachfolge innerhalb der Familie zu regeln. Nur 34 Prozent der befragten Unternehmen konnten in der jüngsten Vergangenheit eine familieninterne Nachfolge erfolgreich gestalten. Ein noch besorgniserregenderer Trend ist, dass 42 Prozent der Unternehmen noch keinen geeigneten Nachfolger aus der Familie gefunden haben. Dies führt dazu, dass die Inhaber dieser Unternehmen immer älter werden.
Der Ausscheidensprozess der Babyboomer-Jahrgänge hat nicht nur Auswirkungen auf das Angebot an Fachkräften, sondern beeinflusst auch die Suche nach geeigneten Unternehmensnachfolgern. In einer weiteren Umfrage gaben 61 Prozent der Familienunternehmen an, dass die Erbschaft- oder Schenkungsteuer eine erhebliche Belastung für sie darstellt.
Die kommende Unternehmergeneration zeigt großes Vertrauen in die Leistungsfähigkeit und Innovationskraft ihrer Familienunternehmen. Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, betont jedoch die Notwendigkeit einer radikalen Verbesserung der Rahmenbedingungen für diese Unternehmen. Bürokratie, steigende Energiepreise, der Mangel an Fachkräften und hohe Steuerlasten sind Faktoren, die die Nachfolgegeneration abschrecken.
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Zur AktienanalyseTrotz dieser Herausforderungen zeichnen sich Familienunternehmen durch ihre Langlebigkeit aus. Die Umfragedaten zeigen, dass fast die Hälfte der Familienunternehmen bereits in der zweiten oder dritten Generation geführt wird. Ein beachtlicher Anteil von rund einem Fünftel schafft es sogar darüber hinaus. Es ist beeindruckend, dass einige der ältesten Unternehmen in der Datenbank bereits im 14. Jahrhundert gegründet wurden, und weitere fünf Prozent vor dem Jahr 1900. Dies unterstreicht die Stabilität und den langfristigen Erfolg, den viele Familienunternehmen in Deutschland genießen.


