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Fälschungen auf Temu sorgen für Ärger

Mittelständische Unternehmen kämpfen gegen die dreiste Kopiererei und rechtliche Hürden

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Fälschungen auf Temu sorgen für Ärger

Auf der chinesischen Handelsplattform Temu werden immer wieder Produkte angeboten, die den Markenartikeln europäischer Unternehmen täuschend ähnlich sind. Besonders mittelständische Unternehmen wie der Haushaltswarenhersteller Wenko aus Hilden und der Zangenhersteller Knipex aus Wuppertal klagen darüber, dass ihre Produkte nachgeahmt und auf der Plattform verkauft werden. Wenko-Geschäftsführer Niklas Köllner berichtet, dass sein Unternehmen bereits rund 400 Fälle von Fälschungen gemeldet hat, darunter über 100 Verstöße gegen ein einziges Produkt. Auch Knipex stellt fest, dass seine Produkte wie Rohrschneider und Greifzangen oft kopiert werden, und kritisiert, dass Temu den Verkauf dieser Fälschungen nicht nachhaltig verhindert.

Die EU-Kommission hat bereits ein Verfahren gegen Temu eingeleitet, da die Plattform offenbar nicht genug gegen illegale Plagiate vorgeht. Dies stellt eine ernsthafte Herausforderung für die betroffenen Unternehmen dar, da die bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen oft nicht ausreichen, um gegen die Fälschungen vorzugehen. Besonders problematisch ist, dass einmal gemeldete illegale Produkte oft erneut auf die Plattform eingestellt werden. Die Verantwortlichkeit der Plattformbetreiber bleibt unklar, da es keine Marktplatzhaftung gibt, die die Betreiber für wiederholte Verstöße zur Rechenschaft zieht.

Temu selbst weist die Vorwürfe zurück und erklärt, dass man den Hinweisen auf mögliche Verstöße umgehend nachgehe und entsprechende Maßnahmen ergreife. Laut einem Unternehmenssprecher würden 99 Prozent der Beschwerden schnell bearbeitet. Wiederholt gegen die Regeln verstoßende Verkäufer würden dauerhaft von der Plattform ausgeschlossen. Diese Erklärung steht jedoch im Widerspruch zur Erfahrung vieler betroffener Unternehmen, die feststellen, dass ihre Produkte auch nach Entfernung immer wieder auftauchen.

E-Commerce-Experten wie Alexander Graf befürchten, dass die Betreiber von Online-Marktplätzen wie Temu wenig Interesse an einer wirklichen Lösung des Problems haben, da sie am Verkauf dieser Produkte verdienen. Der Handelsverband Deutschland fordert daher, dass für Unternehmen außerhalb der EU, die solche Plagiate anbieten, ein in der EU ansässiger Wirtschaftsakteur benannt wird, der für Verstöße haftet. Zudem wird eine Verstärkung der Zollkontrollen und eine bessere technische Ausstattung der Behörden gefordert, um den Flut an Kleinsendungen zu bewältigen, die häufig nicht ausreichend überprüft werden.

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