Fabrinet-Aktie bricht ein trotz starkem Quartalsumsatz
Trotz eines Umsatzanstiegs von 39 Prozent im Jahresvergleich verlor die Fabrinet-Aktie am Donnerstag fast 13 Prozent.

Die Aktie von Fabrinet (NYSE: FN) brach am Donnerstag um 12,88 Prozent ein – und das, obwohl der Hersteller von optischen Komponenten im dritten Quartal die Umsatzerwartungen der Analysten deutlich übertraf. Der Kursrückgang verdeutlicht, wie stark die Märkte derzeit auf Ausblicke und Wachstumsperspektiven reagieren, nicht nur auf aktuelle Zahlen.
Fabrinet erzielte im dritten Quartal einen Umsatz von 1,21 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 39 Prozent im Jahresvergleich und 7 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die Schätzungen der Analysten wurden damit um 37 Millionen US-Dollar übertroffen – ein solides Ergebnis, das unter normalen Umständen für Kursgewinne gesorgt hätte.
Haupttreiber des Wachstums war der Telecom-Bereich, der im Jahresvergleich um 55 Prozent und sequenziell um 13 Prozent auf 628 Millionen US-Dollar zulegte. Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment Data Center Interconnect: Hier stiegen die Umsätze auf 197 Millionen US-Dollar – ein Plus von 91 Prozent im Jahresvergleich und 39 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Lieferengpässe belasten Ausblick
Trotz der starken Zahlen enttäuschte der Ausblick auf das vierte Quartal die Investoren. Laut Analysten von Barclays blieben die Segmente Datacom und High-Performance Computing (HPC) aufgrund von Lieferengpässen hinter den Erwartungen zurück. Die Bank betonte, dass Lieferbeschränkungen das Aufwärtspotenzial weiterhin begrenzen.
Konkret wurden HPC-Umsätze in Höhe von rund 150 Millionen US-Dollar in das nächste Quartal verschoben. Fabrinet konnte zwar zusätzliche Aufträge sichern, die die Run-Rate erhöhen werden, doch der kurzfristige Dämpfer reichte aus, um Anleger zu verunsichern.
Auch die Analysten von Wolfe Research würdigten die insgesamt positiven Ergebnisse, wiesen jedoch darauf hin, dass der sequenzielle Rückgang im Bereich Datacom die Anleger enttäuschen dürfte. Das Analysehaus hob gleichzeitig mehrere positive Entwicklungen hervor:
- Starke Performance im Telecom-Sektor
- Neue Direktverträge mit Hyperscalern
- Neuer Auftrag für die Leiterplattenbestückung (PCBA) mit Amazon über das bestehende Trainium-Geschäft hinaus
- Neuer Outsourcing-Vertrag für Industrielaser
- Ausbau der zukunftsorientierten Fertigungskapazitäten
Rosenblatt hebt Kursziel auf 750 US-Dollar an
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Zur AktienanalyseOptimistischer zeigten sich die Analysten von Rosenblatt, die ihr Kursziel von 715 auf 750 US-Dollar anhoben. Sie verwiesen auf die Chancen im Bereich OCS (Optical Circuit Switching) und CPO (Co-Packaged Optics). „Wir blicken optimistisch auf die OCS- und CPO-Chancen für FN", kommentierten die Analysten. CPO stütze sich auf fortschrittliche Halbleiter-Packaging-Technologien, und Fabrinet habe gezielt in skalierbare Fertigung und eine breitere Integration auf Systemebene investiert.
In diesem Zusammenhang verwies Rosenblatt auf eine Minderheitsbeteiligung von Fabrinet an Raytek Semiconductor, einem in Taiwan ansässigen Anbieter von fortschrittlichen Wafer-Level-Packaging-Technologien. Diese Investition unterstütze laut den Analysten die Entwicklung von Fabrinet von der Silizium-Photonik hin zu fortschrittlicheren Packaging- und Integrationslösungen und stärke seine Rolle als wichtiger Fertigungspartner innerhalb des CPO-Ökosystems.
Der Fall Fabrinet zeigt exemplarisch, wie hoch die Erwartungen an Wachstumsunternehmen im Bereich optischer Netzwerkkomponenten und KI-Infrastruktur derzeit sind. Selbst starke Quartalszahlen reichen nicht aus, wenn der Ausblick Fragen offenlässt – insbesondere wenn Lieferengpässe das Wachstum in Schlüsselsegmenten bremsen.


