FAA ordnet Riss-Inspektionen an 470 Boeing 737 Max an
Die US-Luftfahrtbehörde FAA verpflichtet Airlines zur Überprüfung von rund 470 Boeing-Maschinen auf strukturelle Risse an Türbereichen.

Die US-Luftfahrtaufsicht FAA hat Inspektionen für rund 470 Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max angeordnet. Im Fokus stehen mögliche Risse im Bereich der vorderen Türen, die die strukturelle Integrität der Maschinen gefährden könnten. Die Anordnung tritt am 10. September in Kraft.
Konkret betroffen sind die Modellvarianten 737-8, 737-9 und 737-8200. Laut einem Boeing-Sprecher, der sich gegenüber dem „Wall Street Journal" äußerte, war das Problem in den vergangenen Jahren bereits beim Vorgängermodell 737 Next Generation aufgetreten. Bei der Max-Flotte seien entsprechende Risse bislang zwar nicht beobachtet worden – aufgrund ähnlicher Konstruktion und Produktionsverfahren in diesem Bereich habe man die Inspektionen jedoch vorsorglich ausgeweitet.
Auch Europa zieht nach
Die europäische Flugsicherheitsagentur EASA hat die FAA-Maßnahme nach eigener technischer Prüfung in ihr Regulierungssystem übernommen. Ein EASA-Sprecher erklärte auf Anfrage in Köln, dass die betroffenen Flugzeuge bereits auf Grundlage der FAA-Anweisung hätten überprüft werden müssen. Die Übernahme durch die EASA stellt sicher, dass auch in Europa operierende Maschinen dieser Typen lückenlos erfasst werden.
Für Anleger ist der Vorgang ein weiteres Kapitel in der langen Reihe von Qualitätsproblemen, mit denen Boeing in den vergangenen Jahren zu kämpfen hatte. Der US-Luftfahrtkonzern steht seit dem doppelten Absturz der 737 Max in den Jahren 2018 und 2019 unter besonders intensiver Beobachtung durch Behörden und Investoren. Seitdem hat das Unternehmen erhebliche Anstrengungen unternommen, um Produktions- und Qualitätsstandards zu verbessern.
Boeing zwischen Fortschritt und Rückschlägen
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Zur AktienanalyseLaut Boeing-Angaben habe der Konzern zuletzt jedoch deutliche Fortschritte bei der Qualitätssicherung erzielt. Die neuerliche Inspektionsanordnung der FAA zeigt dennoch, dass die Behörden weiterhin wachsam bleiben und auch präventiv handeln – selbst wenn konkrete Schäden an der Max-Flotte bislang nicht nachgewiesen wurden. Dieser vorsorgende Ansatz ist charakteristisch für den verschärften regulatorischen Umgang mit Boeing seit den Krisen der Vergangenheit.
Für Privatanleger, die Boeing-Aktien im Depot halten oder einen Einstieg erwägen, bleibt die Nachrichtenlage rund um den Konzern damit weiterhin zweischneidig: Einerseits signalisiert Boeing operative Verbesserungen, andererseits sorgen wiederkehrende Sicherheitsüberprüfungen für anhaltende Unsicherheit. Die Reaktion der Märkte auf solche Meldungen fällt erfahrungsgemäß sensibel aus – insbesondere dann, wenn regulatorische Maßnahmen den Flugbetrieb von Kundenairlines beeinflussen könnten.


