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FAA entwickelt neue Cannabis-Standards für Piloten und Fluglotsen

Trumps Neueinstufung von Marihuana zwingt die US-Luftfahrtbehörde FAA zu einer grundlegenden Überprüfung ihrer Sicherheitsstandards.

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FAA entwickelt neue Cannabis-Standards für Piloten und Fluglotsen

Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) bereitet neue Standards für den Umgang mit Cannabis bei Piloten und Fluglotsen vor. Auslöser ist die Entscheidung der Trump-Administration zur Neueinstufung von Marihuana, die nach Einschätzung der Behörde ein erhebliches „betriebliches Risiko" für die Luftfahrtsicherheit darstellt. Das Office of Aerospace Medicine der FAA arbeitet dazu mit den National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine (NASEM) zusammen.

Konkret plant die FAA eine Reihe von vier nicht öffentlich zugänglichen Sitzungen, die über dieses und nächstes Jahr verteilt stattfinden sollen. Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen des Marihuanakonsums auf Fachkräfte im Luftverkehr. Das Vorhaben wird von der FAA mit etwas mehr als 200.000 US-Dollar finanziert.

Themen der geplanten Expertentreffen

Zu den Schwerpunkten der Sitzungen gehören Drogentests, die Überwachung kognitiver Funktionen sowie die Dauer der Beeinträchtigung nach dem Cannabiskonsum. Eingeladen sind Experten für Beeinträchtigungsnachweise, Pharmakokinetik und Nachweisbarkeit, die Übertragung betrieblicher Risiken sowie die Gestaltung von Richtlinien. Ziel ist es, die aktuellen FAA-Richtlinien zu „bewerten, aktualisieren oder verfeinern" – insbesondere um festzustellen, wann Personen wieder diensttauglich sind.

Die NASEM formulierte die Dringlichkeit des Vorhabens klar: Es bestehe eine „dringende Notwendigkeit, klare, wissenschaftlich vertretbare und operativ umsetzbare Standards für die Diensttauglichkeit von Piloten und Fluglotsen im Kontext der sich entwickelnden Bundespolitik für Cannabis zu etablieren." Die zentrale Frage lautet dabei: Welche Zeitspanne nach dem Cannabiskonsum gewährleistet sowohl das Fehlen einer betrieblichen Beeinträchtigung als auch die Einhaltung der Drogentest-Anforderungen des Verkehrsministeriums (DOT)?

Hintergrund: Trumps Neueinstufung von Cannabis

Im April erließ der amtierende US-Justizminister Todd Blanche eine Anordnung, die Marihuana-Produkte mit staatlicher medizinischer Cannabis-Lizenz mit sofortiger Wirkung von Anhang I in Anhang III des Gesetzes über kontrollierte Substanzen (Controlled Substances Act, CSA) herabstufte. Gleiches gilt für alle von der Food and Drug Administration (FDA) zugelassenen Marihuana-Produkte. In einer Verwaltungsanhörung wird derzeit eine noch umfassendere Neueinstufung geprüft, die auch Produkte für den Freizeitgebrauch einschließen würde.

Die FAA und das DOT betonen, dass ihre bestehenden Drogentest-Vorschriften und medizinischen Zertifizierungsstandards vorerst unverändert bleiben. Dennoch habe das „regulatorische Umfeld mit Doppelstatus" eine „Fehlausrichtung" der Richtlinien geschaffen. Dies erhöhe die Wahrscheinlichkeit und Normalisierung des Cannabiskonsums, erschwere Offenlegung und Compliance und lasse die FAA „ohne validierte Kriterien" dastehen, um zu bestimmen, wann Personen nicht mehr beeinträchtigt sind.

Breiter politischer Widerstand und Reaktionen

Das Thema sorgt in den USA für erhebliche politische Debatten. Ein Bündnis von Transport- und Sicherheitsorganisationen wandte sich mit einem Brief an Bundesbeamte und äußerte „ernste Sicherheitsbedenken" gegenüber der Neueinstufung. Der House Appropriations Committee verabschiedete zudem eine Bestimmung, die Bundesbehörden anweist, von sicherheitsrelevanten Arbeitnehmern wie Lkw-Fahrern und Piloten weiterhin Drogentests auf Marihuana zu verlangen – „unabhängig von künftigen Änderungen des Rechtsstatus oder der Einstufung".

Zwei republikanische Abgeordnete schlossen sich der Forderung nach einer Ausnahmeregelung bei der Neueinstufung an. Sie argumentierten, dass eine Einstufung in Anhang III eine Durchführungsverordnung von Präsident Ronald Reagan aus dem Jahr 1986 faktisch hinfällig machen würde. Diese definiert illegale Drogen als Substanzen der Anhänge I und II des CSA – mit direkten Konsequenzen für die Drogentest-Pflicht von Piloten und anderen DOT-regulierten Arbeitnehmern.

Die Treffen sollen über einen Zeitraum von etwa zwölf Monaten stattfinden. Anschließend plant die FAA, innerhalb von zwölf bis achtzehn Monaten neue Cannabis-Richtlinien zu entwickeln und umzusetzen. Für deutsche Anleger, die in US-Luftfahrt- oder Cannabis-Unternehmen investiert sind, bleibt die Entwicklung dieser Regulierung ein wichtiger Faktor für die Einschätzung operativer und rechtlicher Risiken in beiden Sektoren.

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