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EZB-Zinserhöhung unsicher: Banken in Sorge

Wie die Turbulenzen um die Credit Suisse die europäischen Banken belasten und die EZB-Leitzinsentscheidung beeinflussen

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EZB-Zinserhöhung unsicher: Banken in Sorge

Banken in Europa geraten in Stress, da die EZB eine mögliche Leitzinserhöhung um 0,5 Prozent ankündigt. Die jüngsten Turbulenzen um die Credit Suisse haben die Sorgen in der Branche noch verstärkt. Nach dem Ausfall der Silicon Valley Bank (SVB) vergangene Woche in den USA sind die europäischen Banken nun in Unruhe. Die arabischen Investoren der Credit Suisse sind ebenfalls nervös, da die Bank hohe Verluste durch den Verkauf ihrer Festverzinslichen Anleihen erlitten hat. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks fiel um 6,9 Prozent und Commerzbank-Anteile in Deutschland rutschten um 8,7 Prozent ab.

Die Unterschiede zwischen der mittelgroßen und schnell gewachsenen Silicon Valley Bank und dem etablierten Riesen Credit Suisse sind groß. Die US-Bank ging pleite, weil sie enorme Mengen festverzinslicher Anleihen gekauft und behalten hatte. Seit das Zinsniveau immer weiter steigt, sind diese niedrig verzinsten Papiere immer weniger wert. Das schwindende Vermögen ruinierte die Bank. Der Jahresabschluss von Credit Suisse zeigt demgegenüber, dass Anleihen drastisch verringert wurden und nur einen geringen Teil der Bilanz ausmachen.

Die Ratingagentur Moody's und der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Marcel Fratzscher versuchen die Lage zu beruhigen. Moody's wies darauf hin, dass europäische Banken viel weniger Anleihen in den Büchern haben als amerikanische und daher eine Bankenkrise in Amerika unwahrscheinlich sei. Fratzscher beruhigte ebenfalls und sagte, anders als bei der Bankenkrise 2008 liege das Problem nicht in schlechtem Banking, sondern im schnellen Zinsanstieg.

Angesichts eines "globalen Finanzschocks unbekannter Größe und Dauer" rechnet Mark Wall, Chefvolkswirt für Europa bei der Deutschen Bank, nur noch mit 0,25 Prozentpunkten Zinsanstieg. Die meisten anderen professionellen Beobachter ("ECB-Watchers") waren dagegen am Vormittag noch der Meinung, das halbe Prozent werde kommen. Je klarer die Probleme der Credit Suisse erschienen, desto vorsichtiger wurden die ECB-Watcher.

Bankenprobleme sind Gift für das gesamte Wirtschaftsleben und der Ausfall einer Großbank hätte enorme Folgen für Volkswirtschaften. Die EZB muss bei ihrer Entscheidung daher sorgfältig vorgehen und die Lage genau im Auge behalten. Die Sorgen in der Branche werden jedoch nicht so schnell verschwinden und die Banken müssen sich auf eine Zeit der Unsicherheit einstellen.

Stoxx Europe 600 BanksSVB EZBCredit SuisseBankensektorEuropäische Zentralbank

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