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EZB plant vorsichtige Zinssenkungen für 2025

Philip Lane warnt vor Risiken durch überzogene Maßnahmen und betont Lohnentwicklung als Faktor

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EZB plant vorsichtige Zinssenkungen für 2025

Philip Lane, Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), hat sich für einen moderaten Kurs bei Zinssenkungen ausgesprochen, um die Inflation im Euro-Raum zu steuern und eine weitere Schwächung der Konjunktur zu vermeiden. In einem Interview mit der österreichischen Zeitung „Der Standard“ betonte er, dass ein ausgewogenes Vorgehen bei den Zinsen entscheidend sei. Zu schnelle Zinssenkungen könnten dazu führen, dass der Inflationsdruck im Dienstleistungssektor schwerer kontrollierbar werde. Gleichzeitig wolle die EZB aber auch verhindern, dass die Zinsen zu lange auf einem hohen Niveau verbleiben, da dies die Inflation unter den angestrebten Zielwert von zwei Prozent drücken könnte. Eine derartige Entwicklung wäre laut Lane ebenfalls unerwünscht.

Die EZB hatte im Jahr 2024 viermal die Zinsen gesenkt, zuletzt im Dezember um 0,25 Prozentpunkte. Der Einlagensatz, der mittlerweile als Leitzins für die Euro-Zone gilt, liegt aktuell bei 3,00 Prozent. Dieser Satz gibt den Geldhäusern vor, zu welchen Konditionen sie überschüssige Mittel bei der EZB parken können. Führende Vertreter der Notenbank hatten angesichts der schwachen Konjunktur in den 20 Mitgliedsländern der Währungsunion bereits angedeutet, dass weitere Zinssenkungen in Betracht gezogen werden könnten. Das nächste geldpolitische Treffen der EZB ist für den 30. Januar 2025 angesetzt.

Lane äußerte die Erwartung, dass der Inflationsdruck im Jahr 2025 weiter nachlassen werde. Insbesondere die Entwicklung der Löhne im Euro-Raum stehe dabei im Fokus. Nach einem deutlichen Anstieg der Tariflöhne in den Jahren 2023 und 2024 rechnet die EZB für 2025 mit einem spürbaren Rückgang der Gehaltszuwächse. Diese waren in den vergangenen Jahren ein zentraler Treiber der Inflation. Im dritten Quartal 2024 hatten die Löhne im Durchschnitt noch um 5,42 Prozent zugelegt, wobei das Wachstum in Deutschland besonders ausgeprägt war. Im zweiten Quartal desselben Jahres lag der Anstieg bei 3,54 Prozent. Ein Lohnwachstum von etwa 3,00 Prozent wird von der EZB als mit dem Inflationsziel vereinbar angesehen.

Lane betonte, dass die EZB darauf achten müsse, ein stabiles Wirtschaftswachstum zu fördern, um eine zu geringe Inflation zu vermeiden. Falls die Wirtschaft zu langsam wachse, drohe das Risiko, dass sich die Inflation unterhalb des Zielwerts stabilisiere. Dies würde die geldpolitischen Herausforderungen der EZB weiter verschärfen.

EZBZinsenEurozone Finanzen

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