ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

EZB-Direktorin Schnabel warnt: Eurozone noch nicht vollständig erholt

Isabel Schnabel sieht trotz gesunkener Ölpreise weiterhin erhöhte Kerninflation und anhaltenden Preisdruck in der Eurozone.

EZB-Direktorin Schnabel warnt: Eurozone noch nicht vollständig erholt

EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel hat am Montag auf einer Veranstaltung in Rom vor einer voreiligen Entwarnung gewarnt. Die Wirtschaft der Eurozone sei trotz gesunkener Ölpreise noch nicht zu ihrem Zustand vor dem Iran-Krieg zurückgekehrt. Die Kerninflation bleibe weiterhin erhöht, und der Preisdruck halte in der gesamten Region an.

„Bedeutet der Rückgang der Ölpreise, dass wir wieder in der Situation vor dem Krieg sind? Ich glaube nicht", sagte Schnabel deutlich. Sie begründete ihre Einschätzung damit, dass das Friedensabkommen instabil bleibe und die Märkte auf längere Sicht weiterhin höhere Ölpreise signalisierten. Für deutsche Anleger und Verbraucher ist diese Einschätzung eines der einflussreichsten EZB-Mitglieder von besonderer Bedeutung.

Gaspreise 40 Prozent über Vorkriegsniveau

Schnabel verwies auf konkrete Zahlen, die die anhaltende Belastung verdeutlichen. Die Gaspreise lägen weiterhin rund 40 Prozent über ihrem Vorkriegsniveau. Zudem seien die sogenannten Crack-Spreads – ein Maß für die Rentabilität von Raffinerien – doppelt so hoch wie vor dem Krieg. Auch der Druck auf Pipelines und Lieferketten bleibe unverändert hoch.

Darüber hinaus nannte Schnabel weitere Risikofaktoren, die den Preisdruck in den kommenden Monaten verstärken könnten. Dazu zählen die aktuelle Hitzewelle in Europa sowie das Wetterphänomen Super El Niño, die beide die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben könnten. Auch kritische Regenwasserstände erwähnte sie als zusätzlichen Belastungsfaktor.

Weitere Zinserhöhung bleibt möglich

Schnabels Äußerungen deuten auf die Möglichkeit einer weiteren geldpolitischen Straffung hin. Eine zweite Zinserhöhung auf der nächsten EZB-Sitzung am 22. und 23. Juli erscheint jedoch weniger wahrscheinlich. Die Märkte beobachten die Signale aus Frankfurt und Rom derzeit sehr genau.

Auf demselben Podium äußerte sich der belgische Notenbankchef Pierre Wunsch deutlich vorsichtiger als Schnabel. Er erklärte, der mit dem Krieg verbundene Energiepreisschock scheine aus den Marktpreisen bereits verschwunden zu sein. „Wir werden im September eine Projektion haben, aber ich befürchte ein wenig, dass wir zu spät erhöhen könnten, wenn die Bewegung bereits in die andere Richtung geht", so Wunsch.

Die unterschiedlichen Töne innerhalb des EZB-Rats spiegeln die aktuelle Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Kurs wider. Während Schnabel auf anhaltende Risiken hinweist, mahnt Wunsch zur Vorsicht vor einer zu späten Reaktion auf eine mögliche Trendwende. Für Anleger bleibt die Entwicklung der Energiepreise und der Kerninflation in den kommenden Wochen der entscheidende Indikator.

EZBIsabel SchnabelEurozoneInflationÖlpreiseGaspreiseZinspolitikKerninflation

Disclaimer