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EZB, Alphabet und WM-Finale: Die Börsenwoche im Überblick

Die kommende Woche bringt EZB-Entscheid, US-Berichtssaison mit Alphabet und das WM-Finale zwischen Argentinien und Spanien.

EZB, Alphabet und WM-Finale: Die Börsenwoche im Überblick

Die Finanzmärkte stehen vor einer ereignisreichen Woche: Die Europäische Zentralbank trifft ihre Zinsentscheidung, die US-Berichtssaison nimmt mit Alphabet Fahrt auf, und in Asien wächst der Druck auf mehrere Zentralbanken. Dazu liefert das Fußball-WM-Finale zwischen Argentinien und Spanien einen wirtschaftlichen Schlusspunkt.

Die EZB wird die Leitzinsen am Donnerstag voraussichtlich unverändert lassen. Damit folgt sie auf ihre jüngste Anhebung, mit der sie als erste der großen Zentralbanken seit Beginn des Iran-Krieges die Zinsen erhöht hatte. Die kurzfristige Erleichterung über sinkende Energiepreise erwies sich nach einer Eskalation des Konflikts als sehr kurzlebig. Aktuell liegen die Ölpreise jedoch deutlich unter dem Niveau zu Beginn des Konflikts, und die Terminkurve bewegt sich zwischen dem Basisszenario und den milderen Szenarien, die die EZB im Juni entworfen hatte.

Da sich das Bild nicht stark genug verändert hat, dürften die Entscheidungsträger am Donnerstag nicht aktiv werden. Die gesamte Aufmerksamkeit richtet sich daher auf Hinweise für den September, für den Händler fest mit einer weiteren Zinserhöhung rechnen. Ökonomen teilen diese Einschätzung zwar nicht, doch die Händler haben ihre Wetten auf eine weitere Zinserhöhung nach September ebenfalls erhöht. Es bleibt abzuwarten, ob EZB-Chefin Christine Lagarde ihnen Gründe liefert, an diesen Erwartungen festzuhalten.

US-Berichtssaison: Alphabet unter dem Brennglas

In der kommenden Woche verschärft sich die richtungsweisende Berichtssaison für US-Unternehmen. Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, führt als erster der sogenannten „Hyperscaler" die Reihe der Quartalsberichte an. Investoren werden äußerst sensibel auf Änderungen reagieren, die das Unternehmen bei seinen Investitionsplänen vornimmt. Die boomenden KI-Investitionsausgaben (Capex) waren der Kern der diesjährigen Rallye und trieben die Aktienkurse von Halbleiter- und anderen Technologieunternehmen in die Höhe.

Neben Alphabet werden auch Tesla, Intel und American Express ihre Ergebnisse vorlegen. Laut LSEG IBES-Daten vom Donnerstag wird erwartet, dass die Gewinne im S&P 500 insgesamt um 25,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen werden – und das bei einem Aktienmarkt nahe Rekordhochs. In dieser Woche zeigten bereits die Berichte großer US-Banken, dass die Gewinne dank eines starken Anstiegs der Beratungsgebühren bei Fusionen und Übernahmen sowie sprunghaft gestiegener Handelsumsätze kräftig zulegten.

Großbritannien: Neuer Premier, ruhige Märkte

Anleger in britischen Vermögenswerten zeigen sich deutlich zuversichtlicher, dass der künftige Premierminister Andy Burnham die Märkte bei der Stange halten wird. Der politisch links orientierte ehemalige Bürgermeister von Greater Manchester übernimmt das Amt am Montag, wenn der amtierende Keir Starmer zurücktritt. Innenministerin Shabana Mahmood hat sich als Favoritin für das Amt der Schatzkanzlerin herauskristallisiert.

Ihre wirtschaftlichen Ansichten sind in der Investmentgemeinschaft nicht besonders bekannt, doch die Märkte scheinen bereit zu sein, ihr einen Vertrauensvorschuss zu gewähren. Das Pfund hat gegenüber dem Euro den höchsten Stand seit über einem Jahr erreicht und war zuletzt eine der am stärksten performenden Hauptwährungen gegenüber dem US-Dollar. Sogar die notorisch volatilen britischen Staatsanleihen zeigten sich gelassen.

Asien: Indonesien und China im Fokus

Makro-Händler stehen in Asien vor einer herausfordernden Woche. Indonesien wird am Mittwoch voraussichtlich die Zinsen anheben, da die Zentralbank darum kämpft, die Währung zu stabilisieren. Das Land meldete sein erstes Handelsbilanzdefizit seit sechs Jahren, während die Wirtschaftsstrategie der Regierung weiterhin auf Skepsis bei Ratingagenturen und globalen Investoren stößt. S&P Dow Jones Global Indices schloss sich diesen Monat MSCI an und prüft, ob Indonesien auf den Status eines Frontier Markets herabgestuft werden sollte.

Die People's Bank of China gibt am Montag ihre Loan Prime Rate bekannt. Obwohl eine Änderung der geldpolitischen Einstellungen unwahrscheinlich ist, wächst der Druck auf die politischen Entscheidungsträger, das Wachstum zu beschleunigen – nach dem schwächsten BIP-Quartal des Landes seit der COVID-19-Ära. Japan veröffentlicht am Mittwoch Daten zur Handelsbilanz sowie am Freitag Verbraucherpreisdaten und vorläufige Einkaufsmanagerindizes.

WM-Finale als Wirtschaftsfaktor: Adidas gewinnt in jedem Fall

Nach fünf Wochen voller Dramatik steht das WM-Finale am Sonntag an: Argentinien trifft auf Spanien. Das Turnier war nicht nur für den Fußball ein Segen, sondern auch für die Wirtschaft. Fans gaben Unmengen für Flüge, Hotels, Trikots und Bier aus, was Reiseunternehmen, Sportartikelherstellern und Getränkekonzernen unerwartete Gewinne bescherte.

Ein klarer wirtschaftlicher Gewinner ist Adidas: Der deutsche Sportartikelriese unterstützte 14 Teams des Turniers und sponsert beide Finalisten – damit hat er den Titel als Ausrüster bereits gesichert. Konkurrent Nike ging hingegen leer aus, da keines seiner 12 gesponserten Teams, darunter England und Frankreich, das Finale erreichte.

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