EY kürzt Gehälter für US-Partner
Teil der Vergütung wird zurückgestellt und erst später ausgezahlt

Die Unternehmensberatung EY hat ein herausforderndes Geschäftsjahr hinter sich, was sich auch auf die Gehälter einiger Partner auswirkt. Berichten zufolge hat das Unternehmen angekündigt, einen Teil der Vergütung seiner US-Partner zurückzuhalten. Dies berichtet die „Financial Times“ (FT) am Montag unter Berufung auf Unternehmenskreise. Demnach sollen zwei Prozent der Jahresvergütung einbehalten und erst bei Eintritt in den Ruhestand oder bei einem Austritt aus dem Unternehmen ausgezahlt werden. Diese Maßnahme hat innerhalb der Firma für Unmut gesorgt.
Bereits im Juni hatte es Unzufriedenheit wegen verhältnismäßig geringer Gehaltserhöhungen gegeben, die laut FT durchschnittlich im niedrigen einstelligen Bereich lagen. EY hat sich zu den Berichten über die Gehaltskürzungen nicht offiziell geäußert. Aus Unternehmenskreisen verlautet allerdings, dass diese Einsparungen ausschließlich auf die USA bezogen sind. Die deutsche Landesgesellschaft sowie ihre Mitarbeiter seien demnach nicht betroffen.
Der Hintergrund dieser Entwicklung liegt unter anderem in der gescheiterten Umstrukturierung von EY. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Monaten versucht, sein weltweites Beratungsgeschäft auszugliedern und in eine neue Aktiengesellschaft zu überführen. Vor allem die US-Führungskräfte widersetzten sich jedoch diesem Plan, wodurch das Projekt „Everest“ scheiterte. EY hatte bereits Hunderte Millionen Dollar in dieses Vorhaben investiert, dessen Ziel die vollständige Abspaltung der Beratungssparte vom ursprünglichen Geschäftsbereich der Wirtschaftsprüfung vorsah. Es war geplant, einen eigenständigen Consultingkonzern zu schaffen, der unter einem neuen Namen an die Börse gehen sollte, während die Prüfungseinheiten weiterhin unter dem Namen EY agieren würden.
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Zur AktienanalyseObwohl EY bisher keine offiziellen Umsatzzahlen für das weltweite Geschäft veröffentlicht hat, soll laut der „Financial Times“ der Umsatz der Beratungssparte zuletzt gesunken sein. Der US-Markt nimmt dabei einen erheblichen Anteil am weltweiten Geschäft ein, nämlich etwa 40 Prozent. Die finanzielle Lage des Unternehmens scheint insbesondere im US-Markt angespannt zu sein, was sich offenbar auf die Gehälter der Partner auswirkt.


