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ExxonMobil und Chevron erzielen Rekordgewinne dank Energiepreisschock

Der Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus trieben die Ölpreise auf Mehrjahreshochs – mit enormen Folgen für Big Oil.

ExxonMobil und Chevron erzielen Rekordgewinne dank Energiepreisschock

Amerikas größte Ölkonzerne haben ein historisches Quartal hinter sich. ExxonMobil und Chevron meldeten Rekordergebnisse, nachdem der Iran-Krieg eine massive Verwerfung an den globalen Energiemärkten auslöste und die Ölpreise auf den höchsten Stand seit Jahren trieb. Die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus zwischen dem Iran und dem Oman schnitt dabei einen erheblichen Teil der weltweiten Treibstoffversorgung ab.

ExxonMobil verzeichnete einen Gewinn von 14,5 Milliarden US-Dollar – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Das ist der höchste Wert seit dem Höhepunkt der Energiekrise, die durch Russlands Invasion in der Ukraine ausgelöst wurde. Treiber des Ergebnisses waren laut Konzern die hohe Öl- und Gasförderung sowie der Betrieb von fast zwei Dutzend Raffinerien, die von Texas bis Singapur reichen.

Chevron übertraf sogar das eigene Rekordniveau: Der US-Ölriese meldete einen Quartalsgewinn von 12,1 Milliarden US-Dollar – fast das Fünffache des Vorjahreswerts. Auch hier trieben eine Rekordförderung von Öl und Gas sowie ein hoher Raffineriedurchsatz das Ergebnis auf neue Höchststände. Beide Konzerne profitierten von massiven Mittelzuflüssen infolge der angespannten globalen Versorgungslage.

Ölpreise auf Mehrjahreshoch

Die US-Ölpreise kletterten im Quartal auf bis zu 112,95 US-Dollar pro Barrel – ein Niveau, das zuletzt während der Ukraine-Krise erreicht wurde. Auch die Benzinpreise in den USA stiegen auf den höchsten Stand seit vier Jahren. Für Verbraucher bedeutete dies spürbare Mehrbelastungen an der Zapfsäule, während die Energiekonzerne von den hohen Marktpreisen profitierten.

Exxon-Chef Darren Woods kommentierte die Ergebnisse in einer offiziellen Mitteilung: „Das zweite Quartal war von Störungen geprägt, aber von der Umsetzung definiert. Die Märkte waren unterstützend, aber unsere Leistung spiegelte die Stärke des Portfolios und des Geschäftsmodells wider, das wir über viele Jahre aufgebaut haben."

Historische Einordnung

Die aktuellen Ergebnisse erinnern an die Rekordgewinne, die westliche Ölkonzerne im Jahr 2022 infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine einfuhren. Damals hatten gestörte Lieferketten und ein globaler Energieengpass die Preise ebenfalls in die Höhe getrieben. Nun sorgt ein neuer geopolitischer Konflikt – diesmal im Nahen Osten – für eine vergleichbare Dynamik an den Rohstoffmärkten.

Die Straße von Hormus gilt als eine der strategisch wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Durch sie fließt ein bedeutender Anteil des global gehandelten Erdöls. Eine Sperrung oder auch nur die Androhung einer solchen hat historisch stets unmittelbare Auswirkungen auf die Energiepreise weltweit – und damit auch auf die Ergebnisse der großen integrierten Ölkonzerne, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Förderung bis zur Raffinerie tätig sind.

Für deutsche Anleger, die in internationale Energiewerte investiert sind, unterstreichen die Quartalszahlen einmal mehr die enge Verknüpfung von geopolitischen Ereignissen und Rohstoffpreisen. ExxonMobil und Chevron gehören zu den größten Positionen in vielen globalen Aktienindizes und ETFs, die auch hierzulande weit verbreitet sind.

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