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ExxonMobil übertrifft Gewinnerwartungen trotz schwachem Ölmarkt im vierten Quartal

Der US-Ölkonzern meldet 6,5 Milliarden Dollar Nettogewinn und erreicht höchste Jahresproduktion seit vier Jahrzehnten.

ExxonMobil übertrifft Gewinnerwartungen trotz schwachem Ölmarkt im vierten Quartal

ExxonMobil hat am Freitag Quartalszahlen vorgelegt, die die Erwartungen der Analysten übertrafen – und das trotz eines schwierigen Marktumfelds. Der US-Ölriese erzielte im vierten Quartal einen Nettogewinn von 6,5 Milliarden Dollar oder 1,53 Dollar je Aktie. Das entspricht einem Rückgang von 14,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als noch 7,61 Milliarden Dollar zu Buche standen.

Der Umsatz belief sich auf 82,31 Milliarden Dollar, ein leichter Rückgang um 1,3 Prozent im Vergleich zum vierten Quartal 2024. Nach Bereinigung um Sondereffekte lag der Gewinn je Aktie bei 1,71 Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 1,68 Dollar. Die Aktie reagierte dennoch mit einem vorbörslichen Minus von rund zwei Prozent.

Die starken Zahlen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Rohöl den größten jährlichen Preisrückgang seit 2020 verzeichnete. Ein Überangebot am Markt hatte die Notierungen belastet und die gesamte Branche unter Druck gesetzt. Dass Exxon dennoch die Erwartungen übertreffen konnte, unterstreicht die operative Stärke des Konzerns.

Rekordproduktion aus Permian Basin und Guyana

Besonders bemerkenswert ist die Produktionsleistung: Mit 4,7 Millionen Barrel pro Tag erreichte ExxonMobil die höchste Nettojahresproduktion seit über 40 Jahren. Im vierten Quartal allein förderte das Unternehmen 4,98 Millionen Barrel täglich. Dabei stellten die Anlagen im Permian Basin in Texas sowie in Guyana neue Produktionsrekorde auf.

Das Upstream-Geschäft, also die Öl- und Gasförderung, trug 3,52 Milliarden Dollar zum Gewinn bei – allerdings deutlich weniger als die 5,7 Milliarden Dollar im dritten Quartal. Das Downstream-Geschäft mit Raffinerien entwickelte sich dagegen positiv und steigerte den Gewinn von 1,84 Milliarden auf 3,39 Milliarden Dollar.

Für das Gesamtjahr 2025 investierte Exxon 29 Milliarden Dollar in Projekte und Infrastruktur. Für 2026 plant der Konzern Kapitalausgaben zwischen 27 und 29 Milliarden Dollar. Diese Investitionen sollen das Wachstum in profitablen Regionen weiter vorantreiben.

Venezuela-Diskussion mit Trump

Parallel zu den Quartalszahlen sorgt eine politische Dimension für Aufmerksamkeit. US-Präsident Donald Trump drängt die Ölindustrie, nach Venezuela zurückzukehren, nachdem die USA den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro gefangen genommen haben. CEO Darren Woods machte bei einem Treffen im Weißen Haus am 9. Januar jedoch deutlich, dass Venezuela derzeit "nicht investierbar" sei.

Woods forderte tiefgreifende Veränderungen, bevor Exxon eine Rückkehr erwägen könne. Der Konzern hat in Venezuela bereits zweimal die Enteignung seiner Vermögenswerte erlebt. Dennoch signalisierte der CEO Gesprächsbereitschaft und erklärte sich bereit, ein technisches Team zur Bewertung der dortigen Ölindustrie zu entsenden.

Für deutsche Anleger bleibt ExxonMobil trotz kurzfristiger Kursschwäche eine der stabilsten Positionen im Energiesektor. Die Kombination aus solider Dividendenpolitik, Rekordproduktion und diszipliniertem Kapitalmanagement macht den Konzern zu einem Basisinvestment in einem volatilen Marktumfeld.

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