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Exxon und Chevron profitieren massiv vom Iran-Krieg-Ölpreisanstieg

Steigende Ölpreise durch Versorgungsunterbrechungen im Nahen Osten treiben die Quartalsgewinne beider US-Ölriesen auf neue Höhen.

Exxon und Chevron profitieren massiv vom Iran-Krieg-Ölpreisanstieg

ExxonMobil und Chevron haben für das zweite Quartal 2026 kräftig gestiegene Gewinne gemeldet. Treiber war der deutliche Anstieg der Ölpreise infolge des Iran-Krieges und der damit verbundenen Versorgungsunterbrechungen im Nahen Osten. US-Rohöl-Futures verzeichneten von April bis Juni einen durchschnittlichen Schlusskurs von 92,45 Dollar pro Barrel – ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem ersten Quartal.

Chevron übertraf die Erwartungen der Wall Street deutlich: Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 6,06 Dollar und damit 50 Cent über den Analystenschätzungen. Der Nettogewinn kletterte auf 12 Milliarden Dollar – ein Anstieg von fast 400 Prozent gegenüber 2,5 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Auch beim Umsatz übertraf Chevron die Prognosen: 70 Milliarden Dollar standen einem Konsensus von 62 Milliarden Dollar gegenüber.

Exxon meldete einen Quartalsgewinn von 14,5 Milliarden Dollar, mehr als eine Verdoppelung gegenüber rund 7,1 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Der bereinigte Gewinn je Aktie belief sich auf 3,52 Dollar und verfehlte die Analystenschätzungen von 3,60 Dollar um 8 Cent. Beim Umsatz hingegen übertraf Exxon die Erwartungen deutlich: 116 Milliarden Dollar gegenüber prognostizierten 97,8 Milliarden Dollar.

Chevron-Chef warnt vor eskalierender Lage

Chevron-CEO Mike Wirth zeigte sich im CNBC-Interview besorgt über die geopolitische Lage. „Wir laufen gewissermaßen auf Hochtouren, was gut ist, denn die Welt braucht es", sagte Wirth gegenüber CNBC-Moderatorin Becky Quick. Er erklärte, dass sich die Bedrohung der Ölversorgung im Nahen Osten über die Straße von Hormus hinaus ausgeweitet habe, während die weltweiten Lagerbestände gleichzeitig zurückgingen.

Irans Huthi-Verbündete im Jemen haben den Konflikt auf das Rote Meer ausgeweitet, das zu einer wichtigen Ausweichroute für die Ölexporte Saudi-Arabiens geworden ist. „Die Situation ist angespannt, und ich befürchte, dass dies so bleiben wird", sagte Wirth. „Uns läuft die Zeit davon. Mit jedem Tag, der vergeht, wird die Lage schwieriger."

Die US-Produktion von Chevron erreichte mit rund 2 Millionen Barrel pro Tag ein Allzeithoch, da die Exporte aufgrund der Versorgungsunterbrechungen im Nahen Osten stark anstiegen. Die weltweite Produktion belief sich auf 4 Millionen Barrel pro Tag – ein Anstieg von 20 Prozent gegenüber 3,4 Millionen Barrel pro Tag im Vorjahresquartal. Das Raffinerie-Segment von Chevron verzeichnete einen Gewinnsprung auf 4,9 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 500 Prozent gegenüber 737 Millionen Dollar im zweiten Quartal des Vorjahres entspricht.

Exxon kämpft mit Raffinerie-Problemen

Exxon-CEO Darren Woods erklärte das leichte Verfehlen der Gewinnerwartungen mit Schwierigkeiten im Raffineriegeschäft. „Wir haben so viele Störungen", sagte Woods in der CNBC-Sendung „Squawk Box". „Es war besonders schwierig, vor allem für unser Raffineriegeschäft. Die Fähigkeit vorherzusagen, welche Preise wir in diesem Geschäft erzielen würden, war eingeschränkt. Daher rührte das Verfehlen der Erwartungen."

Die Upstream-Produktion von Exxon erreichte den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren, bereinigt um die Störungen im Nahen Osten. Die Förderung im Permian Basin in Texas und New Mexico erreichte einen Rekordwert. Die weltweite Produktion lag bei 4,5 Millionen Barrel pro Tag.

An der Börse reagierten die Anleger unterschiedlich auf die Quartalszahlen: Die Aktien von Chevron notierten im vorbörslichen Handel etwas fester, während die Papiere von Exxon um rund 1 Prozent nachgaben – trotz des massiv gestiegenen Nettogewinns. Das leichte Verfehlen der bereinigten Gewinnschätzungen bei Exxon dürfte dabei den Ausschlag gegeben haben.

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