Exxon und Chevron erzielen 26,5 Milliarden Dollar Gewinn im Quartal
Die beiden US-Ölgiganten profitieren von steigenden Preisen – und geraten dabei in Konflikt mit Präsident Trump.

ExxonMobil und Chevron haben für das zweite Quartal 2026 zusammen einen Gesamtgewinn von 26,5 Milliarden US-Dollar gemeldet. Die beiden größten US-Ölkonzerne profitierten dabei von steigenden Rohöl- und Benzinpreisen, die durch Donald Trumps Iran-Konflikt ausgelöst wurden. Die Ergebnisse wurden am Freitag veröffentlicht und dürften bei Anlegern auf breite Zustimmung stoßen.
Chevron erzielte in den drei Monaten bis Ende Juni einen Nettogewinn von 12 Milliarden US-Dollar. Der Rest des Gesamtgewinns entfällt auf ExxonMobil, womit beide Konzerne gemeinsam auf die beeindruckende Summe von 26,5 Milliarden Dollar kommen. Die sogenannten Windfall-Gewinne – also außerordentliche Zufallsgewinne infolge externer Ereignisse – spiegeln die angespannte geopolitische Lage wider.
Kollisionskurs mit dem Weißen Haus
Trotz der positiven Signale für Aktionäre bringen die Rekordgewinne die Ölkonzerne in eine heikle politische Lage. Präsident Trump wirft der Branche „Preistreiberei" vor und droht mit Eingriffen in die Preisgestaltung. Damit geraten ausgerechnet jene Unternehmen ins Visier des US-Präsidenten, die von den geopolitischen Spannungen profitieren, die sein eigener außenpolitischer Kurs mitverursacht hat.
Der Widerspruch ist offensichtlich: Trumps harte Haltung gegenüber dem Iran hat maßgeblich dazu beigetragen, die Energiepreise in die Höhe zu treiben. Gleichzeitig kritisiert er die Ölindustrie für die daraus resultierenden hohen Preise an den Zapfsäulen. Für deutsche Beobachter ist diese Konstellation bemerkenswert, da sie zeigt, wie eng Geopolitik, Energiemärkte und innenpolitischer Populismus in den USA miteinander verknüpft sind.
Bedeutung für Anleger und Energiemärkte
Für Investoren sind die Quartalszahlen ein klares Signal: Die großen integrierten Ölkonzerne verstehen es, in Phasen hoher Energiepreise erhebliche Gewinne zu erwirtschaften. Windfall-Gewinne dieser Größenordnung stärken die Bilanz der Unternehmen und ermöglichen höhere Dividenden sowie Aktienrückkäufe – beides Faktoren, die institutionelle wie private Anleger gleichermaßen ansprechen.
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Zur AktienanalyseGleichzeitig bleibt die politische Unsicherheit ein Risikofaktor. Sollte Trump tatsächlich regulatorische Maßnahmen gegen die Preisgestaltung der Ölbranche einleiten, könnte dies die Gewinnmargen der Konzerne mittelfristig belasten. Wie ernst die Drohungen gemeint sind und welche konkreten Instrumente der Präsident einsetzen könnte, bleibt vorerst offen.
Für deutsche Privatanleger, die in US-Energietitel investiert sind oder dies erwägen, ist die Entwicklung in Washington daher genau zu beobachten. Die Kombination aus starken Quartalszahlen und politischem Gegenwind macht ExxonMobil und Chevron zu einem spannenden, aber nicht risikofreien Investment im aktuellen Marktumfeld.


